Dienstag, 12. November 2019

Deutsche Telekom Bleibt Holtrop im Vorstand?

Vorstandschef Kai-Uwe Ricke organisiert den Konzern um. Statt auf vier Säulen will sich die Telekom künftig auf drei Wachstumsfelder konzentrieren. T-Online wird der Festnetzsparte zugeordnet. Geplant ist angeblich auch, den Telekom-Vorstand zu verkleinern.

Bonn - Der Vorstand der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen organisiert den Konzern um. Ab kommenden Jahr will das Unternehmen seine Aktivitäten nicht mehr auf die vier Säulen Festnetz, Mobilfunk, Internet und Systemgeschäft ausrichten. Künftig werden nur noch drei Wachstumsfelder definiert: Mobilfunk, Breitband/Festnetz und Geschäftskunden. Der Konzern bestätigte einen entsprechenden Bericht des "Handelsblatts".

Kai-Uwe Ricke: Stimmt die einzelnen Sparten aufeinander ab
Auch wenn ein Telekom-Sprecher gegenüber manager-magazin.de betonte, von einem Konzernumbau könne nicht die Rede sein, so zeigen sich doch deutliche Änderungen, wie künftig der Markt angegangen werden soll: Zum einen ist der Bereich "Flächenvertriebe" neu hinzukommen, der das Geschäft mit mittelständischen Geschäftskunden bündeln soll.

Zum anderen sollen die Internet-Tochter T-Online Börsen-Chart zeigen und die Festnetzsparte T-Com zusammen präsentiert werden. Ob die Telekom im Zuge dessen Aktien von T-Online zurückkaufen wird, ist fraglich. In der Vergangenheit hatte Konzern-Chef Kai-Uwe Ricke dies allerdings verneint. Der Telekom-Sprecher sagte ebenfalls, derzeit gebe es keine derartigen Pläne.

Ricke will mit der Umorganisation Rivalitäten zwischen den einzelnen Sparten beenden. So sei es beispielsweise zwischen T-Online, die vor allem mit Internetzugängen wächst, und der Festnetzsparte T-Com zu Unstimmigkeiten auf Grund von Zuständigkeitsfragen gekommen. Die Säulen agierten unkoordiniert - zum Schaden des Gesamtunternehmens, zitiert das "Handelsblatt" einen früheren Telekom-Manager.

Wackelkandidat? T-Online-Chef Thomas Holtrop
Laut der Zeitung ist darüber hinaus geplant, den Telekom-Vorstand von sieben auf sechs Mitglieder zu verkleinern. Der Telekom-Sprecher wollte dies jedoch nicht kommentieren.

Neben CEO Kai-Uwe Ricke sollen dem Bericht zufolge Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick, Personalvorstand Heinz Klinkhammer sowie T-Systems-Chef Konrad Reiss und T-Mobile-Chef René Obermann im Vorstand verbleiben. Den sechsten Posten erhalte der künftige Festnetzspartenchef. Doch wer dieses Amt übernehmen wird, ist noch unklar.

Personalentscheidungen seien noch nicht getroffen, sagte der Sprecher. Der frühere T-Com-Chef Jo Brauner hatte den Konzern vor einigen Monaten verlassen. Intern sollen sich Thomas Holtrop, Vorstandsvorsitzender von T-Online, Roland Kittel, Technik-Chef bei der T-Com, und Achim Berg, bei der T-Com für den Bereich Marketing und Vertrieb zuständig, beworben haben.

In Unternehmenskreisen wird nach Informationen von manager-magazin.de einem Erfolg von Holtrop gezweifelt. So könnte der T-Online-Chef auch aus dem Vorstand der Telekom ausscheiden. Derweil spekulieren Brachenkenner bereits über eine externe Lösung für die T-Com.

Als Kandidat käme beispielsweise der Chef des französischen Mobilfunkunternehmens Cegetel, Frank Esser, in Frage. Doch sei Gesellschafter Vodafone Börsen-Chart zeigen daran interessiert, den Deutschen zu halten. Auch der Arcor-Vorstandsvorsitzende Harald Stöber wird als möglicher Kandidat gehandelt.

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