Viacom Schluckt MTV den Gorny-Sender Viva?

Der MTV-Eigner Viacom steht angeblich kurz davor, den deutschen Konkurrenten Viva zu übernehmen. Der Kölner Musiksender ist im vergangenen Jahr tief in den roten Zahlen gerutscht. Mit der Übernahme hätte Viacom jedoch eine Monopolstellung auf dem deutschen Markt.

Hamburg - Der Kölner Musiksender Viva  und die zugehörige Produktionsfirma Brainpool - bekannt vor allem durch Comedy-Formate wie "TV-total" oder "Ladykracher" - werden nach Informationen der "Financial Times Deutschland" vom US-Medienkonzern Viacom  übernommen.

Der Kaufpreis für das Paket von 75,5 Prozent der Aktien liege knapp unter 310 Millionen Euro, berichtete die Wirtschaftszeitung am unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Kreise. Eine Viva-Sprecherin lehnte jeden Kommentar zu dem Bericht ab.

"Es ist alles durch, es fehlt nur noch die formelle Zustimmung der Vorstände. Alle Beteiligten haben sich auf den Preis verständigt", zitierte die "FTD" informierte Kreise. Das Geschäft werde voraussichtlich offiziell am kommenden Mittwoch offiziell bekannt gegeben. Größte Anteilseigner bei Viva sind bisher die Time-Warner-Tochter Turner Broadcasting System International mit 30,6 Prozent und der Musikkonzern Universal mit 15,3 Prozent.

Die Übernahme von Viva durch Viacom gilt allerdings in der Branche als nicht unproblematisch. Da der US-Konzern auch den konkurrierenden Musiksender MTV kontrolliert, würde er nach der Übernahme von Viva den deutschen Markt fast konkurrenzlos beherrschen.

Viva war durch die Werbeflaute und die Strukturkrise der Musikindustrie zuletzt in die roten Zahlen gerutscht. Für 2003 wies das Unternehmen einen Verlust von 42 Millionen Euro aus. Auch im ersten Quartal 2004 schaffte der Konzern noch nicht den Sprung aus der Verlustzone.

Die Aktien des Kölner TV-Unternehmens haben nach den Presseberichten über einen Einstieg von Viacom allerdings kräftig zugelegt. Das Papier gewann 7,60 Prozent und kletterte auf 12,60 Euro.

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