Spam-Urteil Für sieben Jahre in den Bau

Es soll ein abschreckendes Beispiel sein. In den USA ist erstmals ein Versender von Spam-E-Mails zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Howard Carmack hatte insgesamt 850 Millionen Mails verschickt.

Buffalo - Die USA haben Versendern von Spam-E-Mails - unerwünschte Werbe-E-Mails - den Kampf angesagt. Wie nun bekannt wurde, hat ein Gericht in Buffalo erstmals einen Spammer zu einer drakonischen Strafe verurteilt: Der Mann muss sieben Jahren ins Gefängnis.

Howard Carmack hatte ab dem Jahr 2002 unter falschem Namen rund 850 Millionen Mails über 343 verschiedene E-Mail-Accounts verschickt. Im Mai 2003 wurde er schließlich festgenommen.

Bereits am 1. April dieses Jahres wurde der "Buffalo-Spammer" des Identitätsdiebstahls und des Betruges in 14 Fällen schuldig gesprochen, Werbemüll in fremdem Namen verschickt zu haben. Die dafür nötigen Adressen hatte Carmack im Web "abgefischt", gestohlen oder erschlichen. Allein für das Spamming selbst wurde er nicht bestraft, denn die Anklage gegen ihn wurde sieben Monate bevor das dafür nötige Gesetz in den USA verabschiedet wurde erhoben. Mit sieben Jahren Haft erhält Carmack nun die Höchststrafe. Bei guter Führung könne er die Zeit auf dreieinhalb Jahre reduzieren, hieß es. Der Mann sieht sich deshalb auch einer Kampagne ausgesetzt.

Vor dem jetzigen Urteil hatte bereits der Internet-Provider Earthlink eine Zivilklage über 16,4 Millionen Dollar gegen Carmack gewonnen. Earthlink-Sprecherin Karen Casion sagte der "Los Angeles Times", sie hoffe, dass sich Spammer künftig immer an Howard Carmack erinnerten, bevor sie eine Spam-Mail losschickten. Das Unternehmen bekräftigte, auch in Zukunft Versender von Werbemülls ausfindig machen zu wollen.