"Herkules" Regierung setzt Konsortium unter Druck

Droht die nächste Pleite? Die Regierung soll dem "Herkules"-Konsortium nun eine Frist gesetzt haben, um endlich einen Einigung über alle Eckpunkte des Vertrages zu erzielen. Geplant ist, die IT-Infrastruktur der Bundeswehr per Outsourcing-Auftrag zu privatisieren.

Berlin - In den Verhandlungen über die Privatisierung der IT-Strukturen der Bundeswehr hat die Regierung dem Bieterkonsortium ISIC-21 Regierungskreisen zufolge mit einem Ende der Gespräche gedroht, wenn bis 30. Juni kein akzeptables Angebot vorliegt. Das Konsortium besteht aus dem europäischen Luftfahrtkonzern EADS , der US-IT-Betratern CSC und der deutschen Mobilfunkfirma Mobilcom .

Bis Ende Juni müsste eine Einigkeit über alle Eckpunkte des Vertrags über das "Herkules" genannte Projekt bestehen, heißt es den Kreisen zufolge in einer Regierungsvorlage. Andernfalls sehe der Auftraggeber "aus derzeitiger Sicht keine hinreichenden Erfolgsaussichten für den Vertragsabschluss mit ISIC-212 mehr". Das Konsortium sei darüber informiert worden. Die Gespräche über das Projekt mit einem Volumen von rund sechs Milliarden Euro stocken, da bisherige Angebote von ISIC-21 vom Verteidigungsministerium als unzureichend abgelehnt wurden.

Mit "Herkules" soll das Management handelsüblicher Informationstechnik auf eine IT-Gesellschaft übertragen werden, an der der Bund knapp weniger und private Firmen knapp mehr als die Hälfte halten sollen. Ziel des Projekts ist es, die bislang heterogene IT-Struktur der Bundeswehr durch standardisierte und integrierte Lösungen zu ersetzen. Damit sollen die Kosten der Bundeswehr gesenkt werden.

Der industrielle Partner für das Projekt wird in einem seit Juni 2001 laufenden Verfahren ermittelt, in dem Isic 21 seit Mai 2002 als favorisierter Partner gilt, mit dem Vertragsverhandlungen geführt werden. Es hatte sich gegen ein Konsortium aus T-Systems, IBM Deutschland und Siemens Business Services durchgesetzt.