SAP/IBM Kooperativer Kagermann

Und noch eine Kooperation - die bereits bestehende Partnerschaft zwischen dem Softwarehersteller SAP und dem Computerkonzern IBM soll auf den Bereich Einzelhandel ausgeweitet werden.

New Orleans/Walldorf - SAP  und IBM  werden künftig gemeinsame Soft- und Hardwarelösungen für den Einzelhandel entwickeln, teilte der Walldorfer Hersteller von Unternehmenssoftware am Rande seiner Anwendermesse "Sapphire" in New Orleans mit. Der Einzelhandel ist eine der Branchen, auf die SAP in diesem Jahr ein verstärktes Augenmerk legen will, da das Unternehmen dort mit seinen Softwarelösungen unterrepräsentiert ist.

In der Branche herrschten zu mehr als 50 Prozent von den Händlern selbst entwickelte Softwarelösungen vor, hieß es weiter. SAP und IBM würden ab sofort ein durchgängiges Portfolio ihrer Lösungen und Technologien für den Einzelhandel anbieten. "Der Verbraucher von heute ist sehr qualitätsbewusst, erwartet ein breites Warenangebot und umfassenden Service. Der Einzelhandel muss seine Strategie sowie seine Geschäftsprozesse und Technologien an diese Ansprüche anpassen", sagte SAP-Vorstandsmitglied Léo Apotheker.

Wie SAP-Sprecher Markus Berner auf Nachfrage von manager-magazin.de erläuterte, gibt es für die Kooperation zwar ein gemeinsames Managementteam, die Adressierung der Kunden erfolge letztendlich aber entweder durch SAP oder IBM. Berner betonte, dass es sich nicht um eine exklusive Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen handelt.

Plus 22 Prozent bei den US-Softwareerlösen

SAP plant unterdessen für das US-Geschäft im Geschäftsjahr 2004 ein überproportionales Wachstum des Softwareumsatzes. Das Ziel für 2004 sei ein Anstieg der Lizenzerlöse auf Basis konstanter Wechselkurse um das Eineinhalbfache gegenüber der Prognose für das Gesamtunternehmen, sagte Bill McDermott, CEO von SAP America, gegenüber der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires.

Für den Konzern hatte Vorstandssprecher Henning Kagermann im Januar ein Plus beim Lizenzumsatz von 15 Prozent zu konstanten Wechselkursen in Aussicht gestellt. Damit dürften die Softwareerlöse in den USA um mindestens 22 Prozent zulegen.

McDermott verwies darauf, dass das US-Geschäft von SAP seit sechs Quartalen signifikantes Wachstum aufweise. In dieser Periode sei der US-Marktanteil um 16 Prozentpunkte gewachsen und liege derzeit - verglichen mit den vier wichtigsten Wettbewerbern - bei 37 Prozent. Im ersten Quartal 2004 hätten sich die Lizenzerlöse währungsbereinigt um 65 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöht, fügte er hinzu.

Die ebenfalls auf der "Sapphire" bekannt gegebene Zusammenarbeit mit dem US-Softwaregiganten Microsoft  im Bereich Web-Software traf auf Zustimmung bei den Analysten. Eine einfachere Integration von SAP- und Microsoft-Software werde die Produkte von beiden Unternehmen für die Kunden attraktiver machen, sagte Simon Scholes von der Bankgesellschaft Berlin. Er bleibt bei seiner Einschätzung "buy" für die SAP-Aktie. Bei einem Dax  von plus 1,1 Prozent zählten die SAP-Papiere bis zum späten Donnerstagvormittag mit plus 1,7 Prozent zu den Spitzenreitern.

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