Bertelsmann Musikgeschäft springt an

Der Gesamtumsatz des Medienkonzerns schrumpft leicht, doch das Musikgeschäft legt zu. Die ersten drei Monate dieses Jahres seien die besten in der Firmengeschichte gewesen, meldet BMG-Chef Rolf Schmidt-Holtz.

Gütersloh - Das Musikgeschäft ist im Aufwind und Bertelsmann profitiert davon. Der Medienkonzern hat seine Erträge im ersten Quartal besonders durch das Musikgeschäft steigern können. "Die Geschäfte fast aller Bereiche haben sich verbessert. Der größte Anteil der Gewinnsteigerung kommt diesmal aus dem Musikgeschäft", sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch. Der operative Gewinn lag im ersten Quartal bei 111 Millionen Euro nach einem Verlust von 75 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Damals drücken Abschreibungen den Gewinn.

BMG-Vorstandschef Rolf Schmidt-Holtz hatte bereits im März das "beste erste Quartal der Firmengeschichte" angekündigt. Dennoch plant der Konzern seine Musiksparte mit der des japanischen Konzerns Sony zu fusionieren. Derzeit wird der Zusammenschluss von den Kartellbehörden der EU dun USA geprüft. Am Dienstag hatte eine Sprecherin der EU-Kommission mitgeteilt, dass die beiden Konzerne frühesten ab Mitte Juli über die Fusion entschieden. BMG ist weltweit das fünftgrößte Musikunternehmen weltweit, Sony Music rangiert auf Platz zwei hinter dem Branchenprimus Universal Music. Derzeit wartet die EU-Behörde noch auf weitere Informationen, hieß es weiter.

Die Prognose bleibt

Während Bertelsmann im Musikgeschäft einen Aufschwung verspürt, meldete der Konzern weiter, dass der Umsatz in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahr auf 3,79 Milliarden Euro gesunken sei. Ein Jahr zuvor setzen die Gütersloher noch im ersten Quartal insgesamt 3,93 Milliarden Euro um.

Bereinigt um Sondereffekte wie beispielsweise den Verkauf des Fachverlags Bertelsmann Springer im Jahr 2003 und Wechselkursränderungen sei der Umsatz aber um 3 Prozent gestiegen. Gleichzeitig fiel die Zahl der Mitarbeiter um knapp 300 auf 72.935.

"Für das Gesamtjahr bekräftigen wir unsere Prognose einer weiteren Verbesserung des operativen Ergebnisses. Beim Umsatz erwarten wir Wachstum der Geschäfte", sagte Bertelsmann-Finanzvorstand Siegfried Luther. Bertelsmann hatte nach einer Konsolidierungsphase 2003 einen Gewinnsprung gemacht. Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Firmenwertabschreibungen war im Vergleich zu 2002 um 20 Prozent auf 1,123 Milliarden Euro geklettert. Der Umsatz sank dagegen von 18 auf 16,8 Milliarden Euro.

Im ersten Quartal 2004 stieg der Jahresüberschuss vor Fremdanteilen deutlich auf 39 Millionen Euro, nach einem Fehlbetrag von 399 Millionen Euro im Vorjahr. Die Besserung ist zum Teil auf geänderte Rechnungslegung zurückzuführen. Nach den neuen IFRS 3 - Vorschriften sind die Firmenwertabschreibungen, die im ersten Quartal 2003 bei Bertelsmann das Nachsteuer-Ergebnis mit 163 Millionen Euro belastet hatten, nicht mehr berücksichtigt.