Microsoft "Großer Appetit nach Technik"

Ganz Europa blickt auf das Potenzial der osteuropäischen Beitrittskandidaten. Auch Microsoft setzt auf das große Geschäft im Osten. Schon jetzt sieht der Softwareriese dort seinen größten Wachstumsmarkt.

Hamburg - Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft  rechnet mit einem Umsatzsprung in den EU-Beitrittsländern und in Russland. "Osteuropa ist schon jetzt weltweit unser am schnellsten wachsende Markt", sagte Europachef Jean-Philippe Courtois der "Financial Times Deutschland" (FTD).

Angesichts des großen Nachholbedarfs knüpfe die Branche große Erwartungen an Osteuropa. "Dort gibt es einen großen Appetit nach Technik, und starke Bestrebungen, die Vorteile der Informationstechnologie als Motor für den wirtschaftlichen Aufschwung zu nutzen", so Courtois.

Osteuropa spiele für Microsoft zunächst als Absatzmarkt eine Rolle, als Standort für Forschung und Entwicklung sei die Region vorerst nicht interessant. "Wir investieren in die Schulung von Softwarespezialisten und Vertriebspartnern und setzen darauf, dass in diesen Ländern eine Reihe von neuen IT-Firmen rund um Microsoft entstehen."

Weiter geforscht wird vorerst im westlichen Europa. Gerade erst wurde das European Innovation Centers (EMIC) in Aachen neu eröffnet. Einige der Projekte des ersten Forschungszentrums in Deutschland werden von der Europäischen Union gefördert. Microsoft setze bei Themen wie Sicherheit und Mobilfunk auf eine gemeinsame Entwicklung und Nutzung.

Angesichts der kürzlich verhängten 497 Millionen Dollar-Kartellstrafe gegen den Softwarekonzern scheint mit dem Aachener Institut auch eine politische Botschaft verbunden zu sein. "Das EMIC soll auch dafür sorgen, dass Microsoft auf die politischen Prioritäten der EU eingeht und auf die Ziele der Lissabon-Agenda hinarbeitet", sagte Courtois.

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