Verlagsgruppe Handelsblatt Vorsichtiger Ausblick

Schwierige Zeiten, ein harter Konsolidierungskurs hat dem Verlag einen kleinen Gewinn beschert. Mit zurückhaltendem Optimismus blickt das Unternehmen ins Jahr 2004.

Frankfurt/Main - Die Verlagsgruppe Handelsblatt (VHB) hat im vergangenen Jahr wegen des weiter rückläufigen Werbevolumens zehn Prozent an Umsatz eingebüßt. Wie das Tochterunternehmen der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck am Montag in Frankfurt am Main mitteilte, belief sich der Umsatz auf 264 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 294 Millionen Euro. Der Gewinn lag bei rund eine Million Euro. Die Zahl der Mitarbeiter sei um knapp acht Prozent auf 1730 zurückgegangen.

Wie der Verlag weiter mitteilte, habe die Gruppe ihren Marktanteil weiter ausbauen können. So sei trotz schwieriger Marktlage und verschärften Wettbewerbs der Anteil am Anzeigenumsatz bei den klassischen Wirtschaftsmagazinen von rund 49 auf rund 51 Prozent gestiegen.

Dennoch war das Jahr von Konsolidierung geprägt. "Die schwierige Marktlage veranlasste uns zur konsequenten Fortsetzung unseres bereits seit einiger Zeit eingeschlagenen Konsolidierungskurses", schreibt der Verlag in seiner Pressemitteilung. Besonders im ersten Halbjahr 2003 stand das Verlagshaus aufgrund der Anzeigenflaute unter Druck. Unter anderem entschloss sich das Unternehmen Mitte des Jahres noch einmal 70 Stellen beim Flaggschiff "Handelsblatt" abzubauen. Im Jahr zuvor hatte das Unternehmen die Zeitschrift "Telebörse" eingestellt.

Für 2004 rechnet das Unternehmen wieder mit einer Stimmungsverbesserung im Markt der Wirtschaftsmedien. "Wir glauben aber dennoch nicht an große Wachstumsraten im Anzeigenbereich. Auch der Vertriebsmarkt bleibt mühsam", sagte Harald Müsse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruppe, auf der Jahrespressekonferenz in der Frankfurter Verlagsniederlassung. Die VHB habe daher für 2004 vorsichtig geplant. "Wo wir Umsatzzuwächse erwarten, resultieren diese aus der Entwicklung und Umsetzung neuer Initiativen und Objekte", sagte Müsse.

Der Verlag hatte Ende vergangenen Jahres einen Lifestyle-Titel für die "Wirtschaftswoche" gegründet, die in diesem Jahr drei Mal erscheinen soll. Anfang des Jahres kam das Geldanlagemagazin "New Investor" hinzu. Mitte des Jahres soll der Wellness-Titel "enjoy your life" in den Druck gehen.