Handy Virengefahr beim Telefonieren

Anfang des Jahres legte der Computerschädling Mydoom ganze Teile des Internets lahm. In Zukunft werden Handynutzer vielleicht mit ganz ähnlichen Schwierigkeiten zu tun haben. Als besonders anfällig gelten Smartphones.

Hannover - Moderne Handys sind ebenso wenig wie Computer sicher vor Viren, Trojanern und anderen digitalen Schädlingen. Das berichtet das IT-Magazin "iX". Betroffenen seien alle Mobiltelefone, die auf offenen Plattformen wie Symbian OS, Palm OS oder Windows Smartphone basieren.

Die Angriffe reichten vom Stilllegen des Telefons über Anrufe bei kostenpflichtigen Nummern und Änderungen in den abgelegten Daten bis zum Ausspionieren vertraulicher Daten. Solange Hardware- und Betriebssystemhersteller keinen wirksamen Schutz anbieten, sollten Anwender deshalb nur nach sorgfältiger Prüfung Software auf ihrem Handy installieren, rät das Magazin.

Ungewollt SMS versandt

In einem Test hatte die Redaktion einen Trojaner für die Nokia SymbianOS/Series 60 mithilfe öffentlich zugänglicher Informationen erstellt. Der Schädling versandte den Angaben nach vom Anwender unbemerkt das komplette Adressbuch per SMS. Selbst die sonst übliche Kopie im Ausgangsordner fehlte.

Die freie Programmierbarkeit in System- wie Skriptsprachen mache die aktuellen Smartphones besonders anfällig für Angriffe von außen, schreibt das Magazin. Ihre Betriebssysteme böten eine umfassende Infrastruktur von Diensten und Anwendungsprogrammen. Die Betriebssysteme seien allesamt multitaskingfähig und erlauben es daher, Anwendungen als ständige Hintergrundprozesse zu betreiben. Installierte Anwendungen könnten sich in den Bootprozess des Telefons einklinken und so den Neustart des Geräts überdauern.

Da weder Betriebssystem noch Geräte bislang irgendwelche Schutzmechanismen bieten und die Hersteller von Virenscannern den mobilen Markt noch eher zweitrangig behandeln, bleiben Anwender auf sich gestellt. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten sie nur Programme installieren, deren Herkunft durch ein gültiges Zertifikat einwandfrei nachweisbar ist, rät die Zeitschrift. Seriöse Portale haben kein Interesse daran, Schadprogramme zu verbreiten und testeten deshalb von ihnen vertriebene Anwendungen.