Montag, 23. September 2019

Google So funktioniert G-Mail

3. Teil: Der G-Mail-Dienst im Praxistest

Der G-Mail-Dienst im Praxistest

Der Startbildschirm von G-Mail ist ähnlich sparsam gestaltet wie bei der Suchmaschine. Am oberen Rand befindet sich ein Suchfenster, das optisch wie technisch den wesentlichen Unterschied zu anderen Mail-Diensten markiert. Denn G-Mail-Nutzer müssen keine mehr oder weniger sinnfälligen Ordner mit Bezeichnungen wie "Privat" oder "Ebay" anlegen, in denen sie ihre Mails archivieren. Stattdessen geben sie im erwähnten Suchfeld bestimmte Begriffe ein, und sogleich listet das Programm alle dazu passenden Mails auf, übersichtlich untereinander angeordnet.

 G-Mail: Googles neuer Mailservice enthält eine eigene Suchmaschine, mit der die E-Mails komfortabel durchsucht werden können. Das ist auch sicher nötig, wenn die Nutzer die Speicherkapazität von 1000 Megabyte ausnutzen und ihre Mails lebenslang im Web archivieren, wie Google sich es wünscht. Diese Funktion namens "Conversation View" wird auch automatisch aktiviert, wenn eine neue Nachricht ankommt. Klickt man die Mail an, erscheint sogleich alle bislang dazu eingegangene Post und die Antworten dazu. Das erleichtert zum Beispiel Verabredungen mit Freunden, aber auch die Projektabwicklung unter Kollegen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Mail-Programmen müssen sich G-Mail-Nutzer auch nicht für die Archivierung einer Nachricht in einem einzigen Ordner entscheiden. Stattdessen lässt sich jede Mail mit verschiedenen Markierungen (Labels) versehen, was wiederum die Suche nach gleichartigen Inhalten oder bestimmten Gruppen von E-Mail-Kontakten erleichtert. Zusätzlich zu den Labels können wichtige Mails mit kleinen Sternsymbolen versehen werden, die als optische Erinnerungsmarken dienen. Diese Mails lassen sich mit einem Klick auf die Schaltfläche "Starred" auflisten.

Keine Werbung im Testbetrieb

Zur Abwehr lästiger Spam-Mails hat Google die so genannte "Snippet"-Funktion entwickelt. Ist diese Option aktiviert, erscheinen auch die ersten Worte einer Mail, ohne dass man sie zuvor öffnen muss. So lassen sich gefährliche Spam-Mails, besser als gemeinhin üblich, von wichtiger Elektropost trennen.

Welche Art von Werbung zu den Mails angezeigt wird, ließ sich im Testbetrieb nicht prüfen. Die rechte Spalte des G-Mail-Bildschirms blieb weiß und leer, obwohl die Test-Korrespondenz mit einer Kollegin die schönsten Schlüsselbegriffe enthielt, die sich die werbetreibende Industrie wünschen kann.

Doch weder mit Coca-Cola Börsen-Chart zeigen, noch McDonald's Börsen-Chart zeigen und Pepsi Börsen-Chart zeigen ließen sich Werbebanner provozieren. Selbst ein Schriftwechsel über die Pläne für den nächsten Urlaub, die Suche nach einem passenden Hotel und - logische Folge - die Erinnerung an das Einpacken von Kondomen im Reisegepäck veranlassten G-Mail nicht zur Einblendung schlüpfriger Werbeanzeigen. Wo wir uns doch so viel Mühe gegeben hatten, unsere Lust aufs Einkaufen zu dokumentieren.

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