Montag, 23. September 2019

Google G-Mail in Light-Version?

Nach der Kritik von Datenschützern wurde der öffentliche Druck auf Google immer stärker. Nun kündigte das kalifornische Unternehmen "mögliche Änderungen" bei dem neuen E-Mail-Dienst G-Mail an.

San Francisco - Google-President und -Mitbegründer Sergey Brin hat mögliche Änderungen bei dem neuen E-Mail-Service G-Mail angekündigt. Das sagte er in einem Interview mit dem "Wall Street Journal". In der Öffentlichkeit war der neue E-Mail-Dienst zuvor heftig diskutiert worden.

 Googles G-Mail: Nach öffentlicher Kritik sind nun Änderungen in der Diskussion
Googles G-Mail: Nach öffentlicher Kritik sind nun Änderungen in der Diskussion
Über die Idee, Nutzern die freiwillige Teilnahme an dem Werbeprogramm einzuräumen, sei diskutiert worden, so Brin. "Wir wollen das mit Sicherheit nicht ausschließen", sagte er dem Blatt. G-Mail werde verändert, teilweise unmerklich für Nutzer. Dabei werde man sich auf das Feedback aus der Testphase stützen, die Brin für weitere drei bis sechs Monate ankündigte.

Trotzdem wolle Google keine "übereilten Veränderungen" bei G-Mail einleiten, so Brin weiter. Insgesamt glaube er, dass der Dienst die Privatsphäre in Wahrheit sogar verbessere. Künftig werde verhindert, dass Nutzer über Angriffe durch Bilder-Spams ausspioniert würden.

Seit dem 1. April befindet sich G-Mail noch im Test mit einer Gruppe von mehreren tausend Nutzern. Wie auch die Konkurrenz finanziert Google sein kostenloses Angebot durch Werbung. Daten- und Verbraucherschützer kritisieren jedoch, dass die Suchmaschine alle Nachrichtentexte nach gewünschten Begriffen durchsucht und dementsprechend passende Werbung eingeblendet wird.

Zuletzt hatte sich die demokratische Senatorin Liz Figueroa in Kalifornien öffentlich an der kontextabhängigen Werbung gestört und will aus Datenschutzgründen gegen G-Mail vorgehen.

Ein weiterer Kritikpunkt an G-Mail ist, dass Nutzer bis zu einem Gigabyte alter E-Mails speichern können, da das kalifornische Unternehmen alle Dateien auf seinen eigenen Servern ablegt. So werden die Nachrichten für die Ewigkeit aufbewahrt. Doch diese Speicherung widerspricht Kritikern zufolge europäischen Gesetzen, die den Urhebern die volle Kontrolle über ihre Kommunikation garantieren.

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