Montag, 23. September 2019

Google E-Mails mit G-Mail

Yahoo, MSN und Co. setzen zur Aufholjagd an. Der Druck wächst auf Google, doch mit dem neuen E-Mail-Service sind die Suchspezialisten den Konkurrenten wieder einmal um eine Nasenlänge voraus. Am Donnerstag startete der Testlauf für den Free-E-Mail-Dienst.

Mountain View - Google ist ein fester Bestandteil bei der Internetnutzung, das ist klar. 55 Millionen Europäer nutzen laut einer Studie von Nielsen Netratings die Suchmaschine. Doch wie lange noch? Längst haben die Konkurrenten Yahoo und MSN die Herausforderung angenommen. Sie wollen Marktanteile zurückerobern.

 G-Mail statt E-Mail: Google
G-Mail statt E-Mail: Google
Yahoo Börsen-Chart zeigen startete beispielsweise Anfang dieses Jahres eine neue Kombination von Suchtechniken, MSN arbeitet ebenfalls unter Hochdruck an einer verbesserten Suchmaschine. Die Vernachlässigung der Suche sei in den vergangenen Jahren einer der größten Fehler von Microsoft Börsen-Chart zeigen gewesen, gestand Konzernchef Steve Ballmer vor kurzem ein. Googles Konkurrenten befinden sich nun auf der Aufholjagd.

Schon rätseln Branchenkenner, ob Google langfristig den Kampf um die besten Technologien gewinnen kann. Experten schätzen den Jahresumsatz 2003 auf bis zu eine Milliarde Dollar. Der Nettogewinn soll bei 200 Millionen Dollar liegen. Ein Börsengang könnte noch einmal zusätzliches Kapital für kostenintensive Entwicklungen verschaffen. Doch über den IPO herrscht Unklarheit, obwohl Google-Chef Eric Schmidt in der "Times" erklärte, dass der Börsengang derzeit nicht auf der Agenda stehe. In Finanzkreisen wird dennoch beständig über einen baldigen Börsengang spekuliert.

Die beiden Google-Gründer: Larry Page und Sergey Brin
Google hat sich derweil vorgenommen, den Umsatz 2004 noch einmal um 50 Prozent zu steigern. Da überrascht es wenig, dass das Internetunternehmen sich neue Geschäftsfelder sucht. Eines hat die Internetsuchmaschine offenbar gefunden: einen E-Mail-Service.

Die Gerüchte, dass Google in diesen Bereich gehe, kursierten schon länger. Nun bestätigte Wayne Rosing, Vice President of Engineering bei Google, das Unternehmen starte an diesem Donnerstag einen Test für einen E-Mail-Service. Der Dienst ist unter der Adresse www.gmail.com zu finden. Noch kann man sich dort nur informieren. An dem Test dürfen nur ausgewählte Nutzer teilnehmen. Doch schon in den nächsten Wochen soll das Angebot für jedermann zugänglich gemacht werden, kündigte Google-Mitbegründer Larry Page an.

Geplant ist es, einen kostenlosen Service anzubieten, so Rosing. Google rückt damit noch näher an Yahoo und MSN, die E-Mail-Dienste gratis und gegen Gebühr anbieten. Die Speicherkapazität soll bei einem Gigabyte liegen - mehr als die Konkurrenz präsentiert -, auch ist die Speicherzeit unbegrenzt. Das Besondere: G-Mail soll auch eine Suchfunktion anbieten, mit der die eigenen E-Mails nach Stichworten durchsucht werden können.

Finanziert werden soll das Angebot mit gezielten Werbelinks. Die Suchmaschine macht ihr Geld neben der Lizenzierung der Suchtechnologie vor allem mit der Vermarktung der Suchergebnisse. Durch die Werbevermarktung von E-Mails verschafft sich Google nun ein weiteres Feld, um die Technik einzusetzen. Interessant könnte das auch für Anbieter wie GMX sein. Doch zunächst geht der Kampf um die E-Mail-Nutzer in eine neue Runde.

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