SAP/IDS Scheer Get together

Bisher haben die beiden Softwareschmieden nur im Ausland an einem Strang gezogen. Jetzt beschlossen die Geschäftspartner, ihre Programme zu kombinieren und in Deutschland mittelständischen Unternehmen anzubieten.

Saarbrücken - Europas größtes Softwarehaus SAP  und der IT-Berater und Softwareanbieter IDS Scheer  bauen ihre Zusammenarbeit bei mittelständischen Unternehmen aus. Im Rahmen der Zusammenarbeit erhalte IDS Scheer den Status eines SAP-Systemhauses, teilten die IT-Berater am Freitag in Saarbrücken mit. Ein entsprechender Vertrag sei auf der Cebit in Hannover unterzeichnet worden. Bisher hätten die beiden Unternehmen schon im Ausland zusammengearbeitet.

Die Partner verbinden die Unternehmenssoftware My SAP All-in-One von SAP mit der Prozesssoftware ARIS Smart Path von IDS Scheer. Die Kombination werde bereits im Ausland angeboten und stehe nun auch kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland zur Verfügung. Bereits im vergangenem Jahr hatten die beiden Unternehmen die Verknüpfung der IDS Scheer-Software Aris über die SAP-Middleware Netweaver angekündigt.

Mit der Software My SAP All-in-One bietet SAP rund 80 Komplettsysteme für branchenspezifische Arbeitsabläufe in Handel, Dienstleistung und Industrie. Diese sind dem Unternehmen zufolge auf wesentliche betriebswirtschaftliche Kernprozesse reduziert. Nach Angaben von IDS Scheer ist das ARIS Toolset als Teil der ARIS Prozessplattform das meist verkaufte Werkzeug für die Prozessmodellierung weltweit und werde bei 90 Prozent der Dax-30-Unternehmen eingesetzt.

Technische Lücken bei Analyseprogrammen

Analysten sahen Presseberichten zufolge schon seit einiger Zeit Potenzial für Verbesserungen bei SAP. Das Unternehmen habe technische Lücken zu füllen, beispielsweise bei Analyseprogrammen, bei der Geschäftsprozessoptimierung und bei Integrationssoftware, so die Expertenmeinung. Das Abkommen mit IDS Scheer dient nun der Prozessoptimierung, im Bereich der Geschäftsanalyse sehen Branchenexperten bei SAP auch Schwächen im Vergleich zu kleineren Spezialisten wie Business Objects  und Cognos .

Unterdessen hat SAP für die Portaltechnologie Netweaver neue Referenzkunden gefunden, wie am ersten Tag der Cebit bekannt wurde. Der Industriekonzern Linde habe sich für das Programm entschieden und auch der Computerhändler Dell wolle Netweaver unterstützen, hieß es.

Am Donnerstag hatte SAP zwölf Jahre nach der Einführung der betriebswirtschaftlichen Standardsoftware R/3 den Nachfolger My SAP ERP (Enterprise Resource Planning) vorgestellt. Das neue Programm solle die Geschäftsabläufe im Unternehmen breiter unterstützen als bisher, sagte Vorstandschef Henning Kagermann auf der Cebit.

Auch Microsoft weitet seine Mittelstands-Offensive aus und stellte ein Software-Startpaket für kleine Unternehmen vor. Das Softwarepaket soll vor allem Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten die Verwaltung von Kundenkontakten (CRM, Customer Relationship Management) erleichtern, sagte Microsoft-Manager Wolfgang Ebermann am Freitag auf der Messe. Software-Lösungen für diese Zielgruppe seien bislang häufig viel zu kostenintensiv und dabei kaum auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten gewesen.

Microsoft drängt seit einiger Zeit massiv in das Geschäft mit betriebswirtschaftlicher Standardsoftware, die vor allem für den Mittelstand gedacht ist. Mit dem bis Ende Juni befristeten Angebot will Microsoft in der ganzen Größenpalette nun auch den kleinen Unternehmen den Einstieg in die IT-gestützte Verwaltung von Kundenbeziehungen erleichtern.

Marktführer bei Unternehmenssoftware ist jedoch SAP. Henning Kagermann, Chef des Softwarehauses, hatte kürzlich gedroht, zur Not mit einem Preiskampf die Marktposition gegen Microsoft zu verteidigen.

Mehr lesen über