Handwerk.de Pleite erfordert Millionenkredit

Es war einer der größten Rückschläge für den Zentralverband des Deutschen Handwerks. Anfang des Jahres meldete das Internetportal Handwerk.de Insolvenz an. Um nicht mit in die Tiefe gerissen zu werden, muss der Verband nun einen Millionen schweren Kredit aufnehmen.

Berlin - Einen Millionenkredit muss der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) zum Ausgleich der 8,6-Millionen-Euro-Pleite seines Internet-Portals Handwerk.de aufnehmen. ZDH-Präsident Dieter Philipp sagte dem Wirtschaftsmagazin "Impulse", dass nur "1,5 Millionen Euro durch Vorschüsse der Kammern auf ihre abzuführenden Beiträge gedeckt sind". Der Hauptteil der Verluste werde über Kredite, die der ZDH aufnehme, finanziert. Dafür werde "eventuell das Haus des Handwerks in Berlin mit einer Hypothek belastet", erklärte Philipp.

Medien hatten bereits berichtet, dem Verband drohe angesichts der Internetpleite sogar selbst die Insolvenz. Persönliche Konsequenzen aus dem Millionen-Desaster schloss Philipp nach dem am Montag in Berlin veröffentlichen Bericht aus. "Ich laufe nicht weg vor Verantwortung, sondern trage die Folgen mit." Er sei "Fehleinschätzungen erlegen wie ein Großteil des Handwerks", der an das Projekt geglaubt habe.

Dem in die Schusslinie geratenen ZDH-Generalsekretär Eberhard Schleyer stärkte Philipp in dem Interview den Rücken: "Er ist seit 14 Jahren ein hervorragender Kämpfer für das Handwerk - ohne jeden Fehl und Tadel. Ihn zu entlassen hieße, das Kind mit dem Bade auszuschütten", zitierte das Magazin den Präsidenten.

Die Mitglieder einer außerordentlichen Vollversammlung des ZDH sähen das allerdings anders, hieß es weiter. Bei der Abstimmung über einen Misstrauensantrag habe Schleyer, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der handwerk.de AG sei, nur 54 Ja-Stimmen erhalten. 49 Mitglieder hätten gegen ihn gestimmt, 12 hätten sich der Stimme enthalten.

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