KPN Niederländer nehmen Abstand von MMO2

Der Telefonkonzern hat den Versuch, den britischen Konkurrenten MMO2 zu übernehmen, offenbar abgeblasen. KPN-Finanzvorstand Maarten Henderson will das Unternehmen zum Jahresende verlassen.

Den Haag - Der Telekommunikationsmarkt in Europa ist in Bewegung. Nicht nur dass die Aktienkurse sich nach jahrelanger Depression wieder nach oben bewegen. Spekuliert wird auch über einen munteren Übernahmereigen.

Der spanische Konzern Telefonica steckt beispielsweise Milliarden in sein Südamerika-Geschäft. Belgacom geht an die Börse. Und der niederländische Konzern KPN bietet für den britischen Mobilfunkanbieter MMO2 , stößt damit aber auf wenig Gegenliebe.

Eine Erhöhung des Angebots lehnte KPN nun ab. Das Unternehmen werde keinen höheren Preis anbieten, auch wenn andere Interessenten mitbieten wollten, hieß es aus der Konzernzentrale. Das Gebot liegt derzeit bei etwa 9,3 Milliarden Pfund. Experten bewerten die Aussage bereits dahingehend, dass KPN den Plan, MMO2 zu übernehmen, aufgegeben habe.

Als Indiz wird auch das Aktienrückkaufprogramm bewertet, das der Konzern Ende vergangener Woche bekannt gab. KPN wolle insgesamt für 1,4 Milliarden Euro eigene Aktien kaufen und Kredite tilgen, hieß es. An MMO2 Interesse haben soll Presseberichten zufolge unter anderem das japanische Unternehmen NTT Docomo .

KPN sorgte unterdessen am Montag für eine weitere Nachricht: Finanzvorstand Maarten Henderson will zum Jahresende sein Amt abgeben. Henderson strebe eine Karriere außerhalb des Konzerns an, teilte das Unternehmen mit. Ein Nachfolger wurde vorerst nicht benannt.

2003 erwirtschaftete KPN einen Nettogewinn von 2,7 Milliarden Euro. Das Umsatzvolumen war mit 12,2 Milliarden Euro nahezu unverändert. Insgesamt zählte KPN in Deutschland, Niederlande und Belgien zum Jahresende knapp 15 Millionen Kunden.

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