Suchmaschine Teure erste Reihe bei Yahoo

Nach dreieinhalb Jahren, in denen Yahoo die Google-Suchmaschine nutzte, bringt der Konzern jetzt eine Eigenentwicklung an den Start. Mit der will Yahoo deutlich mehr Geld verdienen.

San Francisco - Das Online-Portal Yahoo  will mit seiner Suchmaschine in bislang nicht erfasste Bereiche des Internet vorstoßen - und sich dies von Unternehmen bezahlen lassen.

Mit der Initiative "Deep Web" sollen Milliarden von Seiten erfasst werden, die den Suchrobotern bislang entgehen. Yahoo plant, am Service, der hinter dieser Innovation steht, zu verdienen. Will der Betreiber einer Seite in den Yahoo-Suchergebnissen auftauchen, muss er nach den jüngsten Plänen des Internet-Portals dafür zahlen. Die Aufnahme von Web-Sites gegen Bezahlung hat auch Kritik ausgelöst: Es wird befürchtet, dass eine Zweiklassengesellschaft entstehen könnte.

Mehr als 99 Prozent des Such-Indexes würden auch künftig auf Web-Sites verweisen, für die nichts bezahlt worden sei, versichert Tim Cadogan, der stellvertretende Leiter des Suchmaschinenbereichs bei Yahoo. Im Gegensatz zu Google, das per Werbebanner auf zahlende Unternehmen hinweist, will Cadogan ihnen keine Vorteile in der Platzierung einräumen. Die Seiten sollen in der Ergebnisliste nicht vor denen nicht-zahlender Unternehmen genannt werden.

Von gemeinnützigen Organisationen soll kein Geld für die Aufnahme in den Such-Index verlangt werden. Zu den ersten Institutionen, die sich an dem neuen System beteiligen wollen, gehören in den USA der öffentliche Rundfunksender National Public Radio und die Kongressbibliothek, die Library of Congress.

Yahoo hatte dreieinhalb Jahre lang die Ergebnisse von Google genutzt. Im Februar wurde diese Zusammenarbeit beendet. Yahoo will künftig wieder eigene Ergebnisse anbieten. Der eigene Index soll mehrere Milliarden Seiten umfassen. Das Internetportal kommt auf einen Marktanteil von 27 Prozent.

Google hat derzeit mit 4,28 Milliarden erfassten Web-Seiten den größten Suchindex und ist mit 35 Prozent Marktanteil bislang unangefochten die Nummer eins der Suchmaschinen.

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