ThyssenKrupp Triaton geht an Hewlett-Packard

Nach monatelangen Verhandlungen ist der Bieterwettstreit um die ThyssenKrupp-Tochter Triaton entschieden. Der amerikanische Computerkonzern Hewlett-Packard hat sich gegen IBM, CSC und Cap Gemini durchgesetzt.

Essen - ThyssenKrupp  hatte sich vorgenommen, bis Ende März den Verkauf der IT-Tochter Triaton unter Dach und Fach zu bekommen. Zahlreiche Unternehmen bewarben sich um die profitable Tochter des Stahlkochers. Am Montag lüftete nun der Konzern das Geheimnis, wer den Zuschlag erhält.

Sieger des Bieterwettstreit ist Hewlett-Packard (HP) . Vorbehaltlich der Freigabe durch die EU-Kommission und der erforderlichen Aufsichtsratsbeschlüsse werde HP die Triaton GmbH, die Triaton France SAS und Triaton NA übernehmen, teilten beide Unternehmen mit. Bis Anfang April soll dies geschehen.

Triaton erwirtschafte zuletzt einen Jahresumsatz von 370 Millionen Euro. Der Kaufpreis wird auf etwa 340 Millionen Euro geschätzt. Angaben zu finanziellen Details machten die Unternehmen nicht, außer dass HP die Transaktion in Aktien bezahlen wolle.

Teil der Vereinbarung sei auch ein Rahmenvertrag zwischen Triaton und ThyssenKrupp mit sieben Jahren Laufzeit, hieß es weiter. Allein das Auftragsvolumen durch den bisherigen Mutterkonzern von Triaton dürfte für diesen Zeitraum bei über einer Milliarde Euro liegen.

HP will mit dem Kauf sein Geschäft auf dem IT-Dienstleistermarkt in Deutschland und Europa stärken. Triaton zählt derzeit 2200 Mitarbeiter. Bei HP Services sind 3800 Angestellte tätig. Ziel sei es, Triaton bis 2006 von Platz drei auf Platz zwei in Europa zu führen, sagte Menno Harms, Deutschlandchef von HP, während einer Telefonkonferenz. In Deutschland rangiert Triaton derzeit auf Platz vier, 2006 soll es Rang drei sein.

Triaton-Rechenzentren gefährdet

Schon seit Monaten spekulierten Branchenkenner, der amerikanische Konzern wolle in Europa einen IT-Dienstleister übernehmen. HP wiegelte jedoch derartige Gerüchte ab. Triaton entstand ursprünglich aus den IT-Units von Thyssen, Krupp, Hoesch und Hoechst. ThyssenKruppp hatte seine IT-Tochter vor einigen Monaten zum Verkauf gestellt, da das Geschäft mit Dienstleistungen rund um die Informationstechnologie nicht mehr zum deklarierten Kerngeschäft zähle. Zum Kundenstamm von Triaton gehören unter anderem Aventis  und der Musikkonzern EMI Group .

Neben HP hatten auch IBM , CSC , T-Systems und Cap Gemini Ernst & Young  die ThyssenKrupp-Tochter umworben. Letztendlich habe sich der Konzern für einen starken internationalen Anbieter entschieden und für den Player, der in der Lage war, die höchste strategische Prämie zu zahlen, kommentierte ein Branchenkenner gegenüber manager-magazin.de. Triaton bringe sicherlich eine Reihe an Aufträgen seitens der Mutter mit. Eigenen Angaben zufolge stammen rund 40 Prozent des Umsatzes vom Mutterkonzern.

Wie Harms weiter sagte, solle die bisherige ThyssenKrupp-Tochter bis auf weiteres als eigenständiges Unternehmen agieren. Langfristig sei aber eine Integration geplant, die schrittweise erfolge. Inwieweit mit Stellenkürzungen zu rechnen ist, ließ der Manager offen. Auch ob die Rechenzentren von Triaton mit denen von HP verschmolzen werden, bleibt unklar. Erst in den nächsten Wochen werde entschieden, wo sich Synergien anböten.

Mit dem Kauf von Triaton setzt HP die Anbieter insbesondere auch auf dem deutschen IT-Dienstleistermarkt unter Druck. Platzhirsch ist hierzulande T-Systems. HP dürfte nun besonders Siemens SBS zusetzen, meinte ein Branchenkenner. Noch vor wenigen Tagen hatte die Siemens-Tochter prognostiziert, ihre Margen aus dem vergangenen Jahr in 2004 halten zu können.

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