Yahoo Bye-bye Google

Das Internetportal kratzt an der Vorherrschaft von Google. Mit einem neuen, eigenen Suchdienst will Yahoo der weltgrößten Suchmaschine den Rang ablaufen. Am Mittwoch aktivierte das Unternehmen seine neue Suche.

San Francisco - Es war Schlag 9.30 Uhr US-Westküstenzeit, als Yahoo  seinen Suchdienst von Google abschaltete und einen eigenen, neuen Dienst aktivierte. Das Internetportal hatte bereits vor Monaten angekündigt, seinen Such-Service im Internet ausbauen zu wollen, um an die Erfolge von Google aufzuschließen. Doch war damit erst in den nächsten Wochen gerechnet worden.

Mit der neuen Suche will Yahoo-Mitbegründer Jerry Yang wieder in alten Gefilden Einfluss gewinnen. Das Unternehmen hatte ursprünglich quasi als Suchmaschine angefangen. Doch Google stieg unangefochten zum Marktführer auf.

Am Mittwoch meldete sich bereits Google-Mitgründer Sergey Brin: "Das ist ein neuer Level von Konkurrenz und den müssen wir ernst nehmen." Die Konkurrenz - das sind Yahoo  und Microsoft . Letzterer hat eine eigene Suchmaschine angekündigt, beschränkt sich bisher allerdings darauf, nur einige neue Komfort-Tools anzubieten.

Yahoo hat nun den ersten wirklich beachtenswerten Schritt getan. Dazu hatte das Unternehmen in den vergangenen Monaten jede Menge Spezialisten eingekauft, die mehrere Suchalgorithmen zusammenführten und verbesserten. Zum Fundus gehören die Techniken von Inktomi, Overture, Altavista und Alltheweb. Ziel ist es, neben besseren Ergebnissen vor allem mit der Lizenzierung des neuen Suchdienstes weitere Kunden zu gewinnen.

Die Inktomi-Technik fließt sowohl in die Listen von Hotbot, Altavista, Overture, als auch bei Microsofts Internetdienst MSN ein. Und auch Lycos nutzt über Looksmart Yahoos Alltheweb-Suche. Google beliefert dagegen unter anderem AOL und Netscape, bezahlte Ergebnisse landen darüber hinaus in die Listen von Ask Jeeves, Lycos, Hotbot und Teoma.

Mit dem neuen Suchangebot von Yahoo dürfte dem Internetportal ein Coup gelungen sein. Yahoos Suche wird an Schlagkraft gewinnen, sind sich Experten sicher. Tatsächlich könnte Googles Internet-Vorherrschaft empfindlich getroffen werden - und das ausgerechnet kurz vor dem geplanten Börsengang. Nicht ohne Grund gab Google am Mittwoch bekannt, seine Suche-Indexdatenbank ausgeweitet zu haben. Die Anzahl der erfassten Webseiten sei um 30 Prozent gestiegen, hieß es. Und auch bei den Bildern soll sich etwas getan haben. Deren Anzahl habe sich verdoppelt.

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