AT&T Wireless Das Gebot steht bei 38 Milliarden Dollar

Vodafone und Cingular haben ihre Gebote für den drittgrößten US-Mobilfunkanbieter AT&T Wireless offenbar erhöht. Beide Konzerne dürften nun rund 38 Milliarden Dollar bieten. Wie hoch können sie noch gehen?

New York - Im Übernahmekampf um das US-Mobilfunkunternehmen AT&T Wireless haben die beiden Konkurrenten Vodafone  und Cingular Wireless ihre Angebote angeblich auf jeweils 38 Milliarden Dollar erhöht.

Wie das "Wall Street Journal Online" berichtet, habe zuvor der Vorstand von AT&T die beiden aufgefordert, ihr Angebot anzuheben, da die am Freitag vorgelegten Offerten nahezu gleich waren. Presseberichten zufolge hatten beide Unternehmen etwa 35 Milliarden Dollar geboten.

Nicht mit im Rennen um den drittgrößten Mobilfunkanbieter der USA sind Presseberichten zufolge NTT Docomo  und Nextel Communications . Beide Unternehmen waren zuvor ebenfalls als mögliche Interessenten für AT&T Wireless gehandelt worden. NTT Docomo ist bereits an dem US-Konzern beteiligt.

Branchenkreisen zufolge wird Cingular als Favorit gehandelt, bei AT&T Wireless zu punkten. Der zweitgrößte US-Mobilfunkanbieter ist ein Gemeinschaftsunternehmen von SBC Communications  und Bellsouth. Durch eine Fusion könnte das Unternehmen jährlich rund drei Milliarden Dollar Kosten sparen, heißt es.

"Cingular kann deshalb wahrscheinlich auch im Preis höher gehen als Vodafone", sagte Analyst Andreas Heinold von der Landesbank Baden-Württemberg im Gespräch mit manager-magazin.de. Der Experte hält es für möglich, dass der US-Konzern sogar mehr als 38 Milliarden Dollar bieten könnte. "Ich glaube Cingular geht weiter." Vodafone könne dann möglicherweise nicht mehr mithalten.

Der Telekommunikationsexperte rechnet Cingular aber nicht nur wegen der hohen Einspareffekte größere Chancen zu. Eine Übernahme von AT&T Wireless durch Vodafone hält er für sehr komplex. Anders als Cingular müssen die Briten ihre Aktionäre von der Transaktion überzeugen. Die Skepsis gegenüber der möglichen Übernahme ist derzeit aber offenbar groß, alleine am Montag verlor die Aktie zeitweise über 3 Prozent. Und noch ein Punkt kommt hinzu: Vodafone müsste sich aus kartellrechtlichen Gründen von seiner Beteiligung Verizon Wireless trennen.

Für Robert Vinall, Analyst bei der DZ Bank, ist eine Übernahme von AT&T Wireless durch Vodafone ein riesiger Fehler. AT&T Wireless ist seiner Meinung nach einer der schlechtesten Player auf dem US-Markt. So habe das Unternehmen allein im Januar 3 Prozent seiner Kunden verloren. Derzeit zählt der Mobilfunkanbieter 22 Millionen Kunden. Vinall zufolge sollten die Briten lieber an ihrer Beteiligung Verizon Wireless festhalten.

AT&T Wireless hatte ursprünglich gesagt, nach Ende der Bieterfrist am vergangenen Freitag wolle sich der Konzern zwei Wochen Zeit nehmen, um sich für ein Unternehmen zu entscheiden. Nun heißt es, die Entscheidung könne schon früher fallen. Sicherlich müssen die beiden Wettstreiter dafür aber ihre Offerte erneut überarbeiten. Bloomberg meldet am Montag bereits, Cingular plane eine weitere Erhöhung. Ob Vodafone mitzieht?

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