Intershop Im Tal der Tiefe

Der Umsatz schrumpft und die Barmittel sinken rapide. Vorstandschef Jürgen Schöttler gibt sich für 2004 dennoch optimistisch – auch ohne Gründer Stephan Schambach an Bord.

Jena - In der vergangenen Woche trat Gründer Stephan Schambach ab, nun meldet Intershop  seine Gesamtjahreszahlen. Fazit: Die wirtschaftliche Lage des Jenaer Softwareanbieters bleibt prekär.

Zwar konnte der Nettoverlust im Jahr 2003 um fast ein Drittel auf 18,6 Millionen Euro verringert werden. Der Umsatz sank jedoch auf 23,2 Millionen Euro und war damit nur etwa halb so hoch wie im Jahr 2002. Das Ergebnis im vierten Quartal war nahezu ausgeglichen, hieß es. Doch sanken die Barreserven im letzten Quartal des Jahres auf 2,6 Millionen Euro.

Intershop-Vorstand Jürgen Schöttler gibt sich dennoch optimistisch. Das Unternehmen habe seinen Geschäftsbetrieb der schwierigen Marktlage angepasst und unter anderem Vertriebsaktivitäten im europäischen Ausland an lokale Vertriebspartner übertragen. So sei im vergangenen Jahr auch das Personal halbiert worden. Aktuell beschäftigt die Firma noch rund 280 Mitarbeiter weltweit. Als Folge der Restrukturierungsaktivitäten habe Intershop die Gesamtbetriebskosten gegenüber dem Vorjahr um 39 Prozent reduziert.

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres erwirtschaftete das Unternehmen zudem erstmals seit langem wieder einen Nettogewinn in Höhe von 100.000 Euro, so Schöttler. Hier schlugen sich die Betriebskostensenkung und Effekte der Einstellung des Geschäftsbetriebes in Frankreich nieder. Der Umsatz war jedoch weiter deutlich rückläufig. Auf Basis der zum Geschäftsjahresende 2003 stark verringerten Gesamtbetriebskosten und vor dem Hintergrund leicht anziehender IT-Ausgaben der Unternehmen erwarte Intershop nun für das Geschäftsjahr 2004 ein ausgeglichenes Nettoergebnis, so Schöttler.

Die Suche nach einem Investor geht dabei weiter. Seit Monaten sucht das Unternehmen einen strategischen Partner, bislang ohne erfolg. Doch führe das Unternehmen Gespräche so Schöller. "Einen Vertrag gibt es aber noch nicht."

In der vergangenen Woche legte überraschend Unternehmensgründer Stephan Schambach seine Ämter nieder. Er wolle sich anderen unternehmerischen Herausforderungen widmen, hieß es. Seine Beteiligung an Intershop wolle er aber noch behalten.