Microsoft Spammer in den Knast!

Massen-Werbemails sind ein Ärgernis und kosten die Empfängerfirmen viel Geld. Nachdem der Gesetzgeber mit dem Erlaß von Anti-Spam-Gesetzen einen ersten Schritt gewagt hat, geht auch Microsoft in diesem Jahr noch massiver gegen die Absender vor.

Berlin - Microsoft  will in Europa Klagen gegen die Versender von Spam-E-Mails vorbereiten. Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) zufolge will der Softwarekonzern acht Fälle vor Gericht bringen - einige davon bereits in diesem Jahr.

Massen-Werbemails sind nicht nur ein Ärgernis für die Empfänger, sie kosten auch viel Geld: Experten schätzen den Aufwand, der Firmen jährlich durch Spam entsteht, auf 2,5 Milliarden Euro, so das Blatt. Microsoft hatte mit Hilfe von neuen Schutz- und Abwehrmechanismen in den Programmen bereits Mitte des vergangenen Jahres eine große Initiative gegen Spammer gestartet. Auch juristische Schritte hatte der Softwareriese eingeleitet und eigenen Angaben zufolge 15 Klagen in den USA und Großbritannien eingereicht.

Nach Schätzungen der EU-Kommission gehen bereits 50 Prozent des gesamten E-Mail-Verkehrs auf Spam zurück. Im Jahr 2001 seien es noch sieben Prozent gewesen.

Seit Ende 2003 dürfen nach EU-Recht Werbemails nur nach vorheriger Einwilligung des Empfängers verschickt werden. In den USA war zwar Anfang Januar ein Gesetz gegen Spam in Kraft getreten, wonach der Versand von pornografischem oder betrügerischem Inhalt strafbar ist und Spammer mit Geldbußen und Freiheitsentzug bestraft werden können. Ein generelles Verbot unerwünschter E-Mails mit werblichen Inhalten wurde dort jedoch nicht erlassen.

Der Microsoft-Europachef, Jean-Philippe Courtois, machte gegenüber der "FTD" deutlich, dass die acht neuen Fälle nicht die letzten seien. "Wir werden noch mehr machen", sagte er gegenüber dem Blatt.

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