Lego Ebay baut auf Klötzchen

Die Idee, eine Plattform zu bieten, auf der jeder Dinge versteigern kann, hat großen Erfolg. Jetzt kooperiert Ebay mit Lego und lässt Händler die dänischen Steinchen zum Festpreis anbieten.
Von Anne Klesse

Nürnberg - Der weltweit größte Online-Marktplatz Ebay  kooperiert mit Lego. In das Ebay-Angebot werde eine "Lego-Einkaufswelt" integriert, auf der Fachhändler ihre Produkte anbieten können, teilten beide Unternehmen auf der Nürnberger Spielwarenmesse mit.

Die Zusammenarbeit mit dem dänischen Spielzeughersteller ist ein weiterer Baustein im Festpreisbereich bei Ebay. "Bereits 28 Prozent aller Transaktionen gehen über das Format mit Festpreisen", sagte Ebay-Sprecherin Katja Harzbecker im Gespräch mit manager-magazin.de. Das liege daran, dass immer mehr professionelle Händler die Auktionsplattform nutzten und ihre Ware meist zum festen Preis verkauften. "Etwa 5 Prozent unserer Mitglieder sind professionelle Händler", so Marcus Riecke, Senior Director Category Management bei Ebay Deutschland.

Der Konzern entwickelt sich damit immer mehr zum größten Online-Einkaufszentrum - nicht nur für Schnäppchenjäger. Das Internetauktionshaus baut vermehrt auf Kooperationen mit Einzelhändlern und Herstellern oder kauft sich Kompetenzen dazu wie zum Beispiel Mobile.de. Vor eineinhalb Wochen hatte Ebay 121 Millionen Euro für die Gebrauchtwagenplattform auf den Tisch gelegt.

Der neue Partner Lego erhofft sich von der Zusammenarbeit mit Ebay ein dringend benötigtes Umsatzwachstum. Denn der Spielzeugkonzern erwartet für 2003 ein Rekorddefizit von etwa 188 Millionen Euro. Als Konsequenz wurde die Führungsstruktur verändert, die Eigentümerfamilie stellt mit Kjeld Kirk Kristiansen nun die Spitze. "Unser Ziel für 2004 ist ein Null-Resultat", so Kristiansen. Das sei schwer zu erreichen, aber nicht unrealistisch.

Ein Baustein in der "Vorwärts"-Strategie ist der Internetbereich. "Bereits jetzt machen die Online-Geschäfte 5 bis 10 Prozent des gesamten Umsatzes der Lego Company aus", sagt Georg Wolf, Produktmanager bei Lego im Gespräch mit manager-magazin.de. Er hoffe, dass sich der positive Trend durch die Kooperation mit Ebay weiter fortsetzt.

Der Spielzeugkonzern sehe sich bei der Zusammenarbeit mit Ebay als eine Art Franchise-Geber, an den die Händler eine geringe Gebühr zahlen und bestimmte Dinge wie das Design einhalten müssen. Die Produkt- und Preisentscheidung liege bei den Verkäufern. "Zunächst haben wir die Händlerplätze auf 50 limitiert", so Wolf.

Lego hat mit Ebay einen starken Partner gefunden: Das Handelsvolumen des Web-Versteigerers, also der Wert der gehandelten Waren und Dienstleistungen, betrug 2003 weltweit mehr als 23,8 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr 2003 lag der Nettoumsatz von Ebay bei 2,17 Milliarden Dollar weltweit.

Ebay seinerseits hofft durch Kooperationen wie mit Lego den Umsatz weiter anzukurbeln. Für 2004 erwartet das Auktionshaus einen Umsatz von bis zu drei Milliarden Dollar und wieder einen höheren Gewinn. "Wir hoffen auf die Signalwirkung dieser Zusammenarbeit", so Riecke. Die Testphase von Lego läuft bereits seit Dezember vergangenen Jahres.