Cebit Leises Hinterherhinken

Die Vorbereitungen für die Computermesse laufen auf Hochtouren. Doch bislang spürt die Cebit den vorhergesagten Aufschwung kaum. Die Ausstellerzahl liegt noch unter dem Wert vom Vorjahr.

Hannover - Die Computermesse Cebit profitiert bisher kaum von der sich abzeichnenden Trendwende auf dem Markt der Informations- und Telekommunikationstechnologie (ITK). Während die ITK-Branche weltweit in diesem Jahr mit fünf Prozent Wachstum rechnet, liegt die Zahl der Cebit-Aussteller zwei Monate vor Messebeginn nach Angaben der Deutschen Messe AG mit gut 6000 noch unter dem bereits rückläufigen Vorjahresniveau von 6600.

Dennoch zeigten sich Messevorstand Ernst Raue und der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, Willi Berchtold, optimistisch. 2004 sei für die Informations- und Kommunikationstechnologien (ITK) nach zwei Jahren mit Umsatzeinbußen und Stagnation die Trendwende zu erwarten. Bitkom sieht seine im Dezember abgegebene Wachstumsprognose von zwei Prozent für den deutschen ITK-Markt nach jüngsten Erhebungen bestätigt. Allerdings wächst die Branche in Deutschland deutlich schwächer als der Weltmarkt.

Raue zufolge liegen bislang gut 6000 Anmeldungen vor. Die für die Einnahmen der Messe AG wichtige Ausstellungsfläche fällt bislang um gut 15 Prozent kleiner aus als im vorigen Jahr. Eine genaue Ausstellerzahl wollte Raue noch nicht nennen. Die Cebit verzeichne derzeit noch kurzfristige Anmeldungen, so dass die Vorjahreszahl noch erreichbar sei, sagte er. Bereits 2003 war die Ausstellerzahl mit 6600 gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Prozent zurückgegangen.

Für die ITK-Branche sei die Größe der Cebit nicht entscheidend, sagte Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder. Wichtig sei, welche Investitionsvorhaben rund um die Cebit vereinbart würden. Und hierfür stünden die Zeichen erstmals seit zwei Jahren gut.

Mobilfunk und Internet treiben Markt an

Nach dem Nullwachstum mit einem Branchenumsatz von 132 Milliarden Euro im vorigen Jahr sei 2004 in Deutschland ein Anstieg auf 134 Milliarden Euro zu erwarten, sagte Bitkom-Präsident Berchtold. Vor allem die steigende Nachfrage nach Mobilfunktechnologie und Internetdiensten ist laut Bitkom Grund für den zunächst jedoch noch vorsichtigen Aufschwung.

"Die privaten Telekommunikationsausgaben steigen wieder an, wenn auch moderater als Anfang der 90er Jahre", sagte Berchtold. Deutschland bleibt allerdings nach Bitkom-Aussagen auch 2004 deutlich hinter der Entwicklung in der übrigen Welt zurück. Für Westeuropa erwartet die ITK-Branche 3,1 Prozent Wachstum, in Japan 3,9 Prozent und in den USA mit vier Prozent doppelt so viel wie in Deutschland.

Deutschland hinkt hinterher

"Deutschland muss wieder zu den stark wachsenden Ländern in der ITK-Branche werden", sagte Berchtold. Das Ziel müsse sein, 2005 in Deutschland in der ITK-Branche um fünf Prozent zu wachsen. "Dies ist keine Prognose, sondern zunächst einmal eine Zielvorgabe", betonte Berchtold. Es sei gut, dass sich auch die Bundesregierung das Thema "Innovationsförderung" zu eigen gemacht habe, sagte Berchtold. Eine erste Wachstumsprognose für 2005 will Bitkom zum Messeauftakt in Hannover geben.

Zur Cebit 2004 vom 18. bis 24. März werden erneut mehr als eine halbe Million Besucher erwartet. Allerdings war im vorigen Jahr auf Grund des damals bevorstehenden Irak-Kriegs und der weltweiten Konjunkturschwäche der Besucherandrang mit 560.000 Gästen bereits im zweiten Jahr in Folge um mehr als 100.000 zurückgegangen.