PC Ware Löschke reißt das Ruder rum

Der IT-Branche geht es miserabel und auch das Systemhaus PC Ware, das ein Drittel der deutschen Microsoft-Lizenzen vertreibt, musste harte Schläge einstecken. Nun beschließt Vorstand Knut Löschke das Ende der Durststrecke.

Leipzig - Das drittgrößte deutsche IT-Systemhaus PC Ware AG rechnet trotz deutlichem Umsatz- und Ertragsrückgang im ersten Geschäftshalbjahr für 2004 mit einem spürbaren Aufschwung. Zwar sprechen Branchentrend und Unternehmenszahlen dagegen, der Vorstand gibt sich dennoch optimistisch. Das Leipziger Unternehmen wickelt auf dem deutschen Markt rund ein Drittel des Lizenzgeschäfts für den amerikanischen Softwareriesen Microsoft ab.

Obwohl der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 275 Millionen Euro auf 183 Millionen Euro zurückging, verspricht Vorstandschef Knut Löschke für 2004 Zuwächse. Löschke, der gleichzeitig Hauptaktionär ist, macht hauptsächlich vorjährige Sondereinflüsse, die einen Umsatzschub von 100 Millionen Euro bescherten, für den Einbruch verantwortlich. Auch der europaweit zu verzeichnende Nachfragerückgang von Microsoft-Software habe 2003 zu Umsatzeinbußen geführt.

Um den Turnaround für 2004 zu forcieren, will PC Ware nun den Schritt vom Lizenzierer und Händler zum Systemanbieter mit eigenen Produkten und Lösungen schaffen. Dafür entwickelt der IT-Dienstleister zur Zeit umfangreiche Leasing- und Finanzierungspakete. Mehr Mitarbeiter und ein engeres Vertriebsnetz sollen bessere Beratung, stärkere Hilfe und eine größere Nähe zum Kunden bringen. Auch ausländische Wachstumsmärkte peilt Löschke an: China, USA und die osteuropäischen Beitrittskandidaten sind hoffnungsvolle Absatzmärkte.