Dell Ist Geiz doch nicht geil?

Im Hause Dell ist man sich sicher: Billiganbieter wie der Aldi-Lieferant Medion werden langfristig nicht überleben. Firmenchef Michael Dell zeigt sich in einem Interview darüberhinaus sehr selbstbewusst - zumindest was die Umsatz-Prognose bis 2005 angeht.

San Francisco - Der größte Hersteller von Personalcomputern Dell  strebt auch auf dem deutschen Markt die Spitzenposition an. Es sei nur "eine Frage der Zeit" bis der bisherige Marktführer Fujitsu Siemens abgelöst werde, sagte Firmenchef Michael Dell in einem Interview mit dem "Handelsblatt" (Montag-Ausgabe).

Billiganbieter wie Medion  machten Computerherstellern zwar zu schaffen. Der bei Dell für das Tagesgeschäft verantwortliche Chief Operating Officer (COO) Kevin Rollins sagte: "Aber diese Hersteller werden langfristig nicht überleben." Das Geschäftsmodell werde sich letztlich nicht durchsetzen. "Es gibt genügend Beispiele aus den vergangenen Jahren, dass diese Anbieter einfach nicht durchhalten. Schauen Sie sich nur an, was aus einst großen Namen wie Vobis oder Gateway  geworden ist. Sie sind nur noch ein Schatten früherer Zeiten. Andere Wettbewerber sind gar nicht mehr da."

"Wir sind richtig in Fahrt"

Dell ist trotz der langen Branchenkrise für 2004 durchaus optimistisch. "Es sieht so aus, als würden die großen Konzerne langsam wieder in neue IT-Ausrüstung investieren. Das könnte den erhofften Durchbruch bringen", sagte er. Bei Privatkunden sei das Geschäft schon seit einigen Monaten wesentlich besser gelaufen. Auch aus dem Mittelstand vermeldet Dell positive Signale, vor allem in Europa.

Für die beiden kommenden Jahre hat sich der 38-jährige Firmengründer ehrgeizige Ziele gesetzt. Der Umsatz soll von 40 Milliarden auf 60 Milliarden Dollar steigen. "Wir sind richtig gut in Fahrt", sagte Dell. "Wir sind jetzt über 32 Quartale hinweg gewachsen", betonte er. "Wir sind mit dieser Entwicklung noch lange nicht am Ende." Neben Computern und Servern hat die US-Gesellschaft laut Rollins mit Druckern und Geräten der Unterhaltungselektronik neue Felder besetzt. "Das eröffnet uns Möglichkeiten, die wir bislang nicht hatten."

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