Web.de Aller guten Dingen sind vier

Der Internet-Dienstleister baut ein neues Geschäftsfeld auf. Firmenkunden sollen die Kommunikationslösung Com.Win kaufen - ein Programm, das Telefonie und Internet verbindet.

Karlsruhe - Der Internet-Dienstleister Web.de  baut sich ein neues Standbein auf. Das Karlsruher Unternehmen wird ab dem kommenden Jahr in das Geschäft mit Firmenkunden einsteigen. Erklärtes Ziel ist es, die selbst entwickelte Kommunikationslösung Com.Win (CW) in Software für Kundenmanagement (CRM) und Telekommunikationslösungen einzubinden. CW verbindet Telefonie und Internet. Mit einem Programm werden alle Arten der Kommunikation (Telefon, Fax, SMS, Mail) gelenktt.

Matthias Hornberger, der im Vorstand für die Geschäftsentwicklung zuständig ist, sagte dem "Handelsblatt": "Vielversprechende Gespräche mit mehreren CRM-Herstellern und Telekommunikationsfirmen laufen bereits - wir erwarten sehr bald erste Kooperationen im Vertrieb von CW Business."

Bei der Einführung von Com.Win sah sich die Führung von Web.de ungeahnten Schwierigkeiten gegenüber. Schon im Herbst vergangenen Jahres wurde CW angekündigt. Die erste Version sorgte bei Fachleuten aber für lange Gesichter: Das Programm war nur für Telefonie vorgesehen.

Laut Hornberger ist das Programm gerade für Selbstständige und kleinere Firmen eine Alternative. "Com.Win ist kein Ersatz etwa für ein spezialisiertes Call- Center-Programm. Wir wollen bewusst eine preiswerte komplementäre Lösung anbieten, welche die Bedürfnisse professioneller Kommunikation abdeckt", sagte er im "Handelsblatt". CW benötigt nur einen Internet-Browser, also keine Installation.

Web.de ist nach Angaben des Marktforschungsunternehmen Nielsen mit einer Reichweite von 31,4 Prozent (September 2003) das drittgrößte Internetportal in Deutschland, hinter T-Online  und Microsoft . In den ersten drei Quartalen schraubte Web.de seinen Umsatz um 42 Prozent auf 23,5 Millionen Euro herauf. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) betrug 2,8 Millionen Euro.

Das meiste Geld in die Kasse bringen bezahlte digitale Dienste wie etwa der Web.de-Club. Zweitwichtigstes Standbein ist der Banner-Verkauf (Online-Werbung), dann folgen die Erlöse durch E-Commerce (Provisionen für verkaufte Produkte).

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