Cap Gemini Schrumpfendes Geschäft

Der französische IT-Dienstleister dämpft seine Jahresprognose. Umsatz und Gewinn werden im zweiten Halbjahr niedriger ausfallen als erwartet.

Paris - Es ist erst wenige Tage her, dass Cap Gemini Ernst & Young  sich einen dicken Fisch angelte. 4,2 Milliarden Euro erhalten die französischen Berater vom britischen Finanzamt für die Betreuung der Informationstechnologie. Es ist der größte Auftrag in diesem Jahr, sagte Cap-Gemini-Vorstandschef Paul Hermelin. In den Bilanzen niederschlagen wird er sich allerdings wohl erst im kommenden Jahr.

Für dieses Jahr sieht es dagegen nicht ganz so gut aus, wie es sich das Unternehmen ursprünglich mal vorgestellt hat. Am Dienstag warnte Cap Gemini vor niedrigeren Umsätzen und einem geringeren Gewinn.

Cap Gemini Ernst & Young rechnet nur noch mit einem Umsatz von 2,7 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr waren es 3,02 Milliarden Euro. Der operative Gewinn soll im zweiten Halbjahr 2 bis 3 Prozent des Umsatzes ausmachen. Ursprünglich ging das Unternehmen von einem operativen Gewinn von 4 Prozent des Umsatzes bei einem leichten Umsatzrückgang aus.

Der erwartete Umsatzrückgang im vierten Quartal sei auf die schleppende Vertragsunterzeichnung von Kunden zurückzuführen, sagte Finanzdirektor William Bitan. "Für unsere Kunden besteht keine Notwendigkeit vor dem Jahresende zu unterzeichnen", sagte er.

Der französische IT-Dienstleister stellt sich derzeit verstärkt im Outsourcing-Markt auf. In Deutschland steht das Unternehmen kurz davor, drei IT-Abteilungen der Drägerwerke zu übernehmen. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag.

Auch bei der Bieterrunde um die ThyssenKrupp-Tochter Triaton ist Cap Gemini dabei. Zu den Übernahmekandidaten gehört zudem das französischen Unternehmen Transiciel. Die Übernahme von Transiciel sei eine Maßnahme, um zu wachsen, sagte Hermelin im Oktober. Bereits damals deutete der Vorstandsvorsitzende an, die Prognose möglicherweise nicht einhalten zu können.

Der massive Expansionskurs bereitet Analysten indes Sorge. Bereits im Oktober stufte die Ratingagentur Standard & Poor's den Berater auf "BBB+" mit negativem Ausblick ein. An der Börse fiel der Kurs der Cap-Gemini-Aktie am Dienstagvormittag zweitweise um über 10 Prozent. Für die Jahre 2004 und 2005 kündigte das Unternehmen an, Marktanteile gewinnen und wachsen zu wollen. Doch detaillierte Angaben bleib Cap Gemini jedoch schuldig. Vor einiger Zeit hatten die französischen Berater für 2004 noch eine Betriebsmarge von mindestens 5 Prozent angepeilt.

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