BMG/Sony Schiefe Töne

Gelingt den beiden Konzernen ihre Fusion? Die unabhängigen Musikunternehmen könnten dem Plan einen Strich durch die Rechnung machen. Sie kündigen bereits ihren Widerstand an. Bei den Kartellämtern in den USA und Europa könnte ihr Protest Gehör finden.

Hamburg - Die europäische Vereinigung unabhängiger Musikkonzerne - namens Impala - will gegen die Fusion von BMG und Sony Music vorgehen. Das berichtet das "Handelsblatt" in seiner jüngsten Ausgabe.

Am vergangenen Freitag hatten Sony und Bertelsmann verkündet, sich auf die Fusion ihrer Musiksparten geeinigt zu haben. Die Kartellbehörden in den USA und der EU müssen allerdings noch ihren Segen geben.

"Um die Fusion durchzubekommen, müsste die EU-Kommission die Wettbewerbsregeln neu schreiben", zitiert das Blatt die europäische Vereinigung Impala. "Und das wird nicht passieren."

Imapala vertritt nach eigenen Angaben Musikunternehmen mit einem Marktanteil in Europa von insgesamt etwa 28 Prozent. Schon bei dem Fusionsvorhaben von BMG und der EMI Group vor etwa drei Jahren hatte sich Impala gegen den Zusammenschluss ausgesprochen. Mit Erfolg, das EU-Kartellamt untersagte das Vorhaben.

Der Musikmarkt wird weltweit von den fünf Musikkonzernen Universal Music, Sony Music, Warner Music, BMG und der EMI Group bestimmt. Branchenexperten sind skeptisch, ob die Kartellämter überhaupt eine Fusion unter den großen fünf Unternehmen zulassen werden. Angesichts eines weltweit rückläufigen Marktes machen sich BMG und Sony aber Hoffnung, dass sie grünes Licht erhalten werden. Experten rechnen damit, dass die Behörden nun mehrere Monate das Vorhaben prüfen werden.

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