Cap Gemini Zuschlag für Vier-Milliarden-Auftrag

Zu vergeben war der "größte IT-Auftrag dieses Jahres" und die Wahl fiel auf die französischen IT-Dienstleister Cap Gemini Ernst & Young. Für 4,2 Milliarden Euro beliefert er den englischen Fiskus mit Informationstechnologie. EDS, bisheriger Dienstleister, geht leer aus.

London - Nun ist er tatsächlich weg der "größte IT-Auftrag in diesem Jahr", wie ihn Cap-Gemini-Vorstandschef Paul Hermelin bezeichnete. Für 4,2 Milliarden Euro wird der französische Dienstleister zusammen mit Fujitsu Services das britische Finanzamt mit Informationstechnologie beliefern. Der Vertrag namens ASPIRE IT werde über zehn Jahre laufen, teilte die Cap Gemini Ernst & Young jetzt in einer Telefonkonferenz mit.

Damit haben sich die Gerüchte bestätigt, nach denen der bisherige IT-Lieferant EDS den Auftrag verlieren werde. Bereits Anfang dieser Woche hatte der Vorstand der britischen Steuerbehörde empfohlen, die Zusammenarbeit mit EDS zu beenden. Grund hierfür sei ein Systemfehler in den Computern gewesen, woraufhin der Fiskus zwei Milliarden Pfund zu viel an Steuergutschriften angewiesen hatte.

Für das angeschlagene US-Unternehmen EDS, das den Auftrag zusammen mit dem Beratungshaus Accenture ausführt hatte, ist die Entscheidung ein herber Schlag. EDS ist darüber hinaus noch in das Visier der US-Börsenaufsicht SEC geraten, weil es erfolglose Termingeschäfte mit dem eigenen Aktienkurs getätigt habe, wie die "Financial Times" berichtete.

Nach einer sechsmonatigen Umstellungsperiode ab Januar 2004 ist der Start von ASPIRE IT für den 1. Juli 2004 geplant. Zudem gebe es eine Option für eine Vertragsverlängerung um weitere acht Jahre. Hauptpartner von Cap Gemini Ernst & Young wird laut Unternehmens-Chef Hermelin Fujitsu Services sein, die ein Drittel des Auftragsvolumens übernehmen werden.

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