Siemens SBS hofft auf das US-Geschäft

Die IT-Tochter SBS will ihr Geschäft stärken. Angesichts schrumpfender Umsätze hofft SBS-Chef Paul Stodden auf weitere Aufträge von Dritten. Besonders das US-Geschäft soll drohende Umsatzausfälle kompensieren.

München - Nach starken Umsatzrückgängen will der zweitgrößte deutsche IT-Dienstleister SBS sein Geschäft stabilisieren. Der Umsatz der Siemens-Tochter mit externen Kunden soll im Geschäftsjahr 2003/04 wachsen, sagte SBS-Chef Paul Stodden. Ins Auge fasst der Manager dabei die USA. In Nordamerika ziehe das Geschäft spürbar an, sagt Stodden. Damit könnte SBS möglicherweise Ausfälle von Aufträgen des Mutterkonzerns Siemens  kompensieren.

SBS ist der IT-Dienstleister von Siemens, ein knappes Viertel des Umsatzes - immerhin 5,2 Milliarden Euro - stammt aus dem Mutterhaus. 2002/2003 brach der Umsatz allerdings um 10 Prozent ein im Vergleich zum Vorjahr. Das operative Ergebnis sank auch wegen hoher Risikovorsorge für einen Auftrag in Großbritannien von 101 auf 13 Millionen Euro. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schreibt, habe die Risikovorsorge bei 91 Millionen Euro gelegen. Auf der Jahrespressekonferenz von Siemens im vergangenen Monat war jedoch von 77 Millionen Euro die Rede.

Mit einer bereinigten operativen Umsatzrendite von 2 Prozent war SBS weit von den ursprünglichen Vorgaben des Konzerns entfernt. Vorstands-Chef Heinrich von Pierer hatte SBS in der "Operation 2003" eine Marge von 5 bis 6 Prozent verordnet. "Das Ergebnis ist nicht befriedigend", sagt Stodden. Der Manager ließ offen, ob das Margen-Ziel für das laufende Geschäftsjahr realistisch sei. "Ich halte das nicht für aussichtslos." Konkrete Prognosen wollte er aber nicht abgeben. Der Markt sei weiterhin schwierig.

Der Mutterkonzern fährt indes die IT-Ausgaben zurück, daher muss sich SBS andere Wachstumsfelder suchen. Mittelfristig will Stodden den Umsatz hier auf eine Milliarde Euro verdoppeln. SBS bietet unter anderem die Wartung von Hardware und Software an, organisiert die Auslagerung von Rechenzentren und Call Centern und berät die Unternehmen bei IT-Prozessen. Dabei spiele auch die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Niedriglohnländer wie Russland, Indien und Türkei eine Rolle.

Doch Experten sind skeptisch. Angesichts eines Sparkurses, Stodden setzte die Profitabilität an erste Stelle, zog sich SBS aus den Märkten in Asien und Südamerika zurück. Die neue Bescheidenheit habe dazu geführt, dass SBS die weltweite Konkurrenz ziehen lasse, schreibt die "Computerwoche".

Die Siemens-Tochter will sich vor allem auf Großkunden aus der Industrie, Finanzdienstleistung und Behörden konzentrieren. In den USA und Europa sei man gut vertreten, entgegnet Stodden. Die meisten der Kunden seien auf diesen beiden Märkten aktiv. Dennoch, das Outsourcing-Vorhaben der Deutschen Bank  soll komplett an SBS vorbeigegangen sein. Ein Zeichen dafür, dass Stodden noch eine Menge zu tun hat.