Random House Grünes Licht für Bertelsmann

Nach zähen Verhandlungen mit den Wettbewerbshütern darf Random House den Heyne Verlag übernehmen. Ursprünglich wollte die Bertelsmann-Tochter die Verlagsgruppe Ullstein, Heyne, List ganz übernehmen, doch das passte dem Kartellamt nicht.

Düsseldorf - Der Bertelsmann-Verlag Random House hat nun doch grünes Licht von den deutschen Kartellbehörden erhalten und kann nach langen Verhandlungen und Zugeständnissen den Wilhelm Heyne Verlag übernehmen. Damit baut der Gütersloher Medienkonzern seine Marktposition auf dem deutschen Taschenbuchmarkt weiter aus.

Ursprünglich wollte Random House die gesamte Buchverlagsgruppe Ullstein, Heyne, List vom Axel Springer Verlag AG  übernehmen, doch das Kartellamt kam dem Bestreben dazwischen. Mit der Beschränkung auf den Heyne-Verlag habe Bertelsmann den Bedenken des Kartellamts Rechnung getragen, hieß es nun aus der Behörde. "Das Vorhaben war vor diesem Hintergrund freizugeben", sagte Kartellamtspräsident Ulf Böge.

Die Schweden kommen

Random House hatte im Januar 2003 die Verlagsgruppe Ullstein Heyne List von Axel Springer gekauft. Nachdem das Kartellamt aber Bedenken gegen die Übernahme angemeldet hatte, weil die Gruppe eine zu dominante Stellung auf dem Taschenbuchmarkt einnehmen würde, hatte Random House vorgeschlagen, nur den größeren Heyne Verlag zu übernehmen. Die Verlage Econ, Ullstein, List und Claasen wurden an den schwedischen Medienkonzern Bonnier verkauft.

Daraufhin meldete Random House nur noch die Heyne-Übernahme bei den Kartellwächtern an. Zudem wollten Random House und Heyne einzelne Verlagsteile abgeben, teilte das Kartellamt mit. Eine Amtssprecherin sagte, dass Heyne unter anderem zwei Taschenbuchreihen bei Ullstein belassen hätte.

Schlagkräftige Wettbewerber

Mit den Zugeständnissen drückten die beteiligten Unternehmen den Marktanteil bei deutschsprachigen Taschenbüchern der allgemeinen Informations- und Unterhaltungsliteratur auf unter 30 Prozent und ermöglichten den Kartellwächtern die Zustimmung zu den Plänen. Random House unterschreitet damit die Schwelle, ab der nach den Wettbewerbsregeln die Entstehung einer marktbeherrschenden Stellung droht.

Das Kartellamt führte weiter an, dass es mit dem zu Holtzbrink gehörenden Verlagen Rowohlt und Fischer sowie den Verlagen dtv und Lübbe namhafte Wettbewerber gebe, die auch in Zukunft Bertelsmann Konkurrenz machen könnten. Zudem entstehe durch die Übernahme der übrigen Verlagsteile durch Bonnier, die das Amt bereits gebilligt hatte, ein weiterer starker Wettbewerber.

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