TV-Geräte Die Röhre bleibt der Renner

Die Wende ist nicht geschafft. Noch auf der Ifa redeten die Hersteller von Fernsehgeräten den Aufschwung herbei, doch die Hoffnungen haben sich bislang nicht erfüllt. 2003 wird wahrscheinlich schlechter ausfallen als 2002.

Frankfurt/Main - Von Aufschwung und Aufbruch war zu lesen, als die Internationale Funkausstellung (Ifa) im vergangenen Sommer dem Ende nahte. Das Zeitalter der Flachbildschirme wurde offiziell eingeläutet. Doch was ist daraus geworden?

Von Aufschwung keine Spur, lautet das Fazit: Bis Ende dieses Jahres geht beispielsweise die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommuikationselektronik (gfu) von rund 5,6 Millionen Fernsehgeräten aus, die hier zu Lande über den Ladentisch gehen werden. Das entspricht zwei Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Auch der Umsatz soll schrumpfen, und zwar um ein Prozent auf 3,1 Milliarden Euro.

Mit noch weniger verkauften Fernsehern rechnet sogar die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung GfK. Sie prognostiziert etwa 5,5 Millionen verkaufte TV-Geräte und einen Umsatz von 2,9 Millionen Euro, ein Minus von 3,2 Prozent.

Aufholjagd im Dezember

Die Hoffnungen, die auf der Ifa noch geäußert wurden, haben sich bislang offenschtlich noch nicht erfüllen können. Im Gegenteil. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, lag der Umsatz in den Monaten August und September sogar mit 7,5 Prozent unter dem des Vorjahres. Nun hofft die Branche auf die kommenden Wochen. Das Weihnachtsgeschäft konzentriere sich auf immer weniger Wochen, heißt es. Gfu wie GfK gehen davon aus, dass der bisherige Rückstand noch bis Ende Dezember aufgeholt werden kann.

Erfüllt haben sich die Steigerungsraten allerdings beim Absatz von Flachbildschirmen. Die GfK rechnet mit einer Verdreifachung der Absatzzahlen im Vergleich zum Vorjahr. Die Konsumforscher gehen von etwa 170.000 LCD- und Plasma-Fernsehern aus, die über den Ladentisch gehen.

Röhre noch nicht ausgereizt

Im Vergleich zum Röhrenfernseher aber eine geringe Zahl. Denn die Röhrengeräte dominieren nach wie vor den Markt, sie machen 78 Prozent des Umsatzes aus. Die Röhre ist auch noch längst nicht "ausgereizt", heißt es dann auch. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Flachbildschirmfernseher allgemein preislich höher anzusiedeln sind als die Röhrenfernseher.

In Zeiten gebremster Konsumfreude und knapper Kassen komme es vor allem auf das günstige Verhältnis von Preis und Qualität an, meint auch die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik gfu.

Übrigens: Rund 79 Prozent aller gekauften Fernsehgeräte dienen dem Ersatzbedarf. Fünf Prozent sind Erstgeräte und 16 Prozent Zusatzkäufe für Kinderzimmer, Hobbyraum und Schlafzimmer. Neben der Bildgröße bestimmt vor allem die Ausstattung den Preis. Nach Angaben der GfK sind fast 99 Prozent aller im Handel angebotenen Fernsehgeräte inzwischen mit Videotext ausgestattet, 78 Prozent haben Stereoton und 45 Prozent sind 100-Hz-Geräte. Die Zahl der TV-Geräte mit Bild-im-Bild gibt die GfK mit 21 Prozent an, zwei Prozent erlauben den Zugang ins Internet.

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