Telekommunikation Verschlafene Konkurrenz

Die Ergebnisse werfen nicht gerade ein gutes Licht auf die Konkurrenz der Deutschen Telekom: Laut einer Studie haben 30 Prozent der Festnetzbetreiber und 80 Prozent der Festnetzdienste noch keine Idee, wie sie demnächst ihre Gebühren eintreiben werden.

Hamburg - Der ehemalige Monopolist hat auch nach einem halben Jahrzehnt der Deregulierung den Telekom-Markt fest in seiner Hand: Die Deutsche Telekom  betreibt 96 Prozent der Haushaltsanschlüsse und 97 Prozent der DSL- Anschlüsse. Sie wickelt 68 Prozent der Festnetzverbindungen ab und auch beim Mobilfunk, dem Bereich mit der größten Wettbewerbsdichte, liegt T-Mobile mit einem Anteil von 42 Prozent knapp vor Vodafone .

Dass die private Konkurrenz nicht so recht in Schwung kommen will, liegt nach Ansicht der Unternehmensberatung Mummert aber nicht allein an der Übermacht der rosa Riesen. Die Wettbewerber haben manche Entwicklung verschlafen und auf vielen Feldern Nachholbedarf, so das Ergebnis der Studie "Branchenkompass Telekommunikation" von Mummert und dem FAZ-Institut.

So liege zum Beispiel im Bereich der Rechnungsstellung einiges im Argen: Die Deutsche Telekom wird spätestens von 2006 an nicht mehr die Verbindungsentgelte für andere Anbieter mit ihren Rechnungen einziehen. Die Mehrheit der Entscheider rechnet sogar damit, dass der T-Konzern schon vorher das Forderungsmanagement aufgibt. 56 Prozent halten dies für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich, 22 Prozent für möglich.

Nur 30 Prozent der Unternehmen planten vorausschauend

Obwohl diese Entwicklung erwartet wird, sind die Anbieter schlecht vorbereitet: Mehr als jeder dritte Festnetzanbieter und sogar acht von zehn Festnetzdiensten haben sich noch keine Gedanken über die eigene Rechnungsstellung gemacht. Unter den Internetanbietern sind es 56 Prozent. Im Schnitt denkt nur ein Drittel der Unternehmen vorausschauend. Mehr als die Hälfte davon will die Rechnungen künftig selbst erstellen und versenden, der Rest setzt auf Kooperationen und Outsourcing.

Statt die eigenen Fehler zu realisieren, würden sich die kleineren Anbieter der Telekommunikationsbranche eher mit ihren zahlreichen Wünschen an die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) wenden, monieren die Unternehmensberater.

So halte nur jeder zehnte befragte Entscheider der Branche die Deregulierung für wirksam. Knapp zwei Drittel gehen davon aus, dass die Führungsposition der Marktführers Deutsche Telekom kaum schwächer wird und bei so manchem Topmanager kommt die Regulierungsbehörde sogar schlechter weg als der Ex-Monopolist: 16 Prozent der Befragten sehen in ihr eines der größten Probleme der Branche.

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