n-tv Johannes Züll greift durch

Beim Berliner Nachrichtensender soll noch einmal kräftig gespart werden. Chef Johannes Züll will die Kosten um ein Fünftel reduzieren. Für die Online-Redaktion bedeutet dies das Aus. Outsourcing heißt die Lösung.

Berlin - Der Nachrichtensender n-tv will im kommenden Jahr noch einmal kräftig sparen. Am Donnerstag habe der Aufsichtsrat das gekürzte Budget genehmigt, heißt es in einem Bericht der "Financial Times Deutschland". Über die Höhe ist jedoch nichts bekannt.

n-tv-Chef Johannes Züll sagte der Zeitung, er glaube das sei die Wende. Sein Ziel: 2005 soll der Sender schwarze Zahlen schreiben. Doch bis dahin ist noch ein langer Weg. In diesem Jahr erwarten Experten noch einen Verlust in Höhe von 20 Millionen Euro. Im kommenden Jahr will Züll den Fehlbetrag auf Ebitda-Basis in den einstelligen Millionenbereich senken.

Züll sieht im laufenden Halbjahr die Wende für das Werbegeschäft. Der Zeitung zufolge werde das laufende Quartal ein Gewinnquartal. Gleichzeitig will er weiter an der Kostenschraube drehen. Wie manager-magazin.de bereits berichtete, soll die eigene Internetredaktion aufgelöst werden. Von der Kürzung sind 20 Mitarbeiter betroffen, denen gekündigt werden soll. In einer anderen Firma untergebracht sollen einige der ehemaligen Mitarbeiter den Internetauftritt dann weiter versorgen. In Kreisen heißt es, dass dieses Unternehmen womöglich von n-tv selbst gegründet wird.

"Das, was wir bis jetzt getan haben, reicht nicht aus", zitiert die "FTD" Züll. Ein Einschnitt könne der geplante Umzug bedeuten. Es werde zunächst geprüft, ob ein Umzug nach Köln oder ein Umzug in das Berliner RTL-Studio günstiger sei. "In der Standortfrage wird die Unsicherheit noch nicht verschwinden", so Züll. Einen Termin für eine Entscheidung gebe es noch nicht. Eine Pressesprecherin von n-tv sagte gegenüber manager-magazin.de, dass im kommenden Jahr über den Umzug entschieden werde.

Kosten sollen ebenfalls durch eine engere Zusammenarbeit mit RTL reduziert werden. Die RTL Group  ist mit etwa 49 Prozent an n-tv beteiligt. Den Rest hält der US-Konzern Time Warner. Derzeit rüste n-tv auf digitale Produktionstechniken um, was letztlich auch Peronalkosten reduziere, heißt es. Insagesamt will Züll ein Fünftel der Kosten sparen.

Auch im Programm wird es einige Änderungen geben: Ende des Jahres sollen unter anderem die Talkshows "Güner Salon" und "Talk in Berlin" eingestellt werden. Jedoch sollen neue Talksendungen ins Programm aufgenommen werden. Zum Zuge kommt dann die Firma Probono von Produzent Friedrich Küppersbusch. Geplant seien auch Sendungen über Fun-Sportarten und ein Auslandsmagazin mit RTL-Frau Antonia Rados.