Cap Gemini Dämpfer für den IT-Berater

Die Ratingagentur S&P hat sich skeptisch über den Expansionskurs des französischen Unternehmens geäußert. Anlass ist das Gebot für ThyssenKrupps IT-Tochter Triaton. Wird Cap Gemini nun selbst zum Übernahmekandidaten?

Düsseldorf - T-Systems, IBM  und EDS  sind an Triaton der IT-Tochter von ThyssenKrupp  interessiert. Ein Angebot hat auch der französische Berater Cap Gemini Ernst & Young  abgeben. Sie alle reißen sich um ein (hoffentlich) lukratives Geschäft, Triaton macht im Jahr immerhin einen Umsatz von rund 370 Millionen Euro. Der Verkaufspreis wird auf 300 Millionen Euro geschätzt.

Wie die anderen auch, macht sich Cap Gemini Hoffnung auf den Deal. Er könnte den Umsatz steigern und die Marge gleich mit. Doch das Unternehmen erreichte am Dienstag eine schlechte Nachricht. Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte die Berater nur auf "BBB+" mit negativem Ausblick ein.

Als Grund gab S&P an, dass Cap Gemini für Triaton geboten hätte. Das Beratungsunternehmen habe nur zwei Wochen zuvor ein Gebot für die französische Transiciel abgeben. S&P betrachte diese Expansionsstrategie mit Sorge, hieß es. Sie berge verschiedene Risiken bei der Integration, zudem könnten die Margen geringer ausfallen.

Erst Ende Oktober hatte Cap-Gemini-Vorstandschef Paul Hermelin gesagt, die angepeilte operative Marge für 2003 von fünf Prozent werde wahrscheinlich nicht erreicht, sondern nur noch bei vier Prozent liegen. So werde Cap Gemini im zweiten Halbjahr 2003 auch nicht an den Umsatz des ersten Halbjahres mit drei Milliarden Euro erreichen können. Die Übernahme von Transiciel sei eine Maßnahme, um zu wachsen.

Branchenkenner bewerten die S&P-Einstufung von Cap Gemini als einen Grund, warum das Unternehmen möglicherweise aus dem Bieterkreis für Triaton herausfallen könnte. "Das kann einen schnellen Rauswurf aus der Bieterrunde bedeuten", so ein Experte gegenüber manager-magazin.de. Denn wichtig sei bei Outsourcing-Maßnahmen wie dieser, dass die Anbieter Stabilität und Sicherheit böten.

Möglicherweise wird Cap Gemini aber selber zum Übernahmekandidaten. Schon seit einiger Zeit kursieren Gerüchte, Hewlett-Packard  sei an Cap Gemini interessiert. "HP muss einen IT-Berater übernehmen, denn die wollen in die gleiche Richtung gehen wie IBM", so ein Experte. Carly Fiorina hatte vor rund drei Jahren 17,5 Milliarden Dollar für die Beratungssparte der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) geboten, doch IBM kam der HP-Chefin zuvor.

HP hat sich aber vorgenommen, im Service- und Outsourcing-Markt kräftig mitzumischen, wie das Unternehmen in den vergangenen Wochen immer wieder bekräftigte. In Europa sei das Unternehmen auf der Suche nach einem Übernahmekandidaten. "Die haben etwas Großes vor", weiß auch die "Financial Times Deutschland" am Mittwoch zu berichten. In der kommenden Woche hat HP die europäische Presse nach Hamburg geladen. Möglicherweise wird der Konzern dann sehr konkret über sein Vorhaben berichten.

Im vergangenen Quartal erzielte HP 17,4 Milliarden Dollar Umsatz. 18 Prozent lieferte die Servicesparte. Neben HP Services konnte nur das Druckergeschäft einen operativen Gewinn erzielen.

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