Vivendi Universal "Music is my first love"

Nach dem milliardenschweren Teilverkauf der Unterhaltungssparte, geht Vivendi jetzt offenbar selbst auf Einkaufstour. Angeblich will der Mischkonzern das Label Dreamworks Records für 100 Millionen Dollar übernehmen.

Brüssel - Das Hollywoodstudio Dreamworks will sich offenbar von seiner Musiksparte trennen. Käufer soll kein geringerer als der Konzern Vivendi Universal  sein. Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Für 100 Millionen Dollar wolle Dreamworks die Musikabteilung verkaufen. Dreamworks gehört zu den großen Hollywoodstudios. Filme des Studios sind unter anderem "Minority Report", "Spirit" und "Shrek". Das Musiklabel hat unter anderem die Bands und Sänger Shrek, Burt Bacharach, Q-Tip und The Isley Brothers unter Vertrag.

Mit Dreamworks Records gelang aber nie der große Wurf. Der Zeitung zufolge war die Musikfirma über einen niedrigen Status in der Branche nicht hinausgekommen. So habe der Mutterkonzern auch schon länger nach einer Möglichkeit gesucht, die Sparte abzustoßen.

Sollte Vivendi Dreamworks Records übernehmen, setzt sich der Mischkonzern damit von seinen großen Konkurrenten Sony, Bertelsmann (BMG), Time Warner  und EMI Group  ab, die derzeit alle über gemeinsame Fusionen und Kooperationen verhandeln.

Vorbereitungen auf Fusionen

Dem "WSJ" zufolge sei BMG derzeit mit Sony  intensiver im Gespräch, während Warner Music und EMI ebenfalls über einen Zusammenschluss oder eine Kooperation verhandelten. Branchenkenner gehen aber davon aus, dass die Kartellbehörden - wenn überhaupt - nur einem Zusammenschluss zustimmen könnten. Entscheidend dürfte dabei der Zeitpunkt sein.

Für Vivendi, mit Universal Music weltweiter Marktführer, stellt sich hingegen nicht die Frage nach einem Zusammenschluss mit den großen Wettbewerbern. Dafür setzt das Unternehmen offenbar auf den Kauf kleinerer Mitbewerber. "Das ist das einzige, was die Musikkonzerne Alternativ zur Fusion machen können, um zu wachsen", urteilt ein Experte. Denn die Branche schrumpft. Es fehlt an Superstars, zudem machen Raubkopien von CDs und im Internet den Unternehmen schwer zu schaffen.

Erst vor wenigen Wochen hatte Vivendi Universal die Mehrheit an seiner US-Unterhaltungssparte an NBC, einer Tochter von General Electric , verkauft. Beide Unternehmen gründeten hierfür ein gemeinsames Joint Venture.

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