Microsoft Kosmetischer Kompromiss?

Microsoft hat im Kartellverfahren mit der EU einen Kompromissvorschlag eingereicht. Danach sollen die Windows-Betriebssysteme künftig "voll kompatibel" mit anderen Mediaprogrammen sein. Die EU spricht von Kosmetik.

Brüssel - Am Abend des vergangenen Freitags, Stunden vor Ablauf der Abgabefrist, hat Microsoft  der EU-Wettbewerbskommission geantwortet. Im Streit mit den europäischen Kartellbehörden hat der Softwareriese damit auf die Vorwürfe aus Brüssel reagiert. Microsoft wird vorgeworfen, die marktbeherrschende Stellung des Windows-Betriebssystems auszunutzen.

Zumindest in einem der Punkte wollen die Redmonder laut "Financial Times Deutschland" einen Kompromiss ansteuern. So habe Microsoft im Streit um die Koppelung von Windows mit der Video-Wiedergabesoftware Media-Player angeboten, anderen Produzenten von Medienprogrammen die "volle Kompatibilität" mit dem Betriebssystem Windows zu garantieren.

Dem Kompromiss-Angebot von Microsoft wird dem Bericht zufolge aus EU-Kreisen jedoch nur wenig Erfolg eingeräumt. Der Vorstoß sei ähnlich wie frühere Angebote lediglich "kosmetischer Natur". "Die Wettbewerbsprobleme werden nicht gelöst", hieß es.

Anfang August hatte die Kommission das Unternehmen ultimativ aufgefordert, Wettbewerbsbehinderungen zum Schaden der Verbraucher und Konkurrenten zu beenden. Sie schlug unter anderem vor, dass Microsoft eine Windows-Version ohne den Media-Player anbieten sollte. In dem Verfahren droht dem Unternehmen ein hohes Bußgeld.

Amelia Torres, Sprecherin des EU-Wettbewerbskommissars Mario Monti, sagte, dass eine Entscheidung in dem Verfahren noch nicht absehbar sei.