Cap Gemini Groß, größer, am größten

Der französische Berater und IT-Dienstleister will in seinem Heimatland weiter wachsen. Noch am Montag will das Unternehmen offenbar ein Angebot für den Konkurrenten Transiciel vorlegen. Doch Cap Gemini weckt möglicherweise Begehrlichkeiten. Angeblich ist Hewlett Packard an den Franzosen interessiert.

Hamburg - Der Beratungs- und IT-Dienstleistungskonzern Cap Gemini Ernst & Young Ernst & Young  will Presseberichten zufolge am Montag ein offizielles Übernahmeangebot für den kleineren heimischen Konkurrenten Transiciel  abgeben. Die Cap Gemini-Aktien wurden am Montagmorgen vom Handel ausgesetzt, teilte Euronext mit. Am Freitag schlossen die Papier mit einem Minus von fast fünf Prozent bei 38,87 Euro.

Die Offerte dürfte über dem aktuellen Börsenwert von derzeit 230 Millionen Euro liegen, berichtet die "Financial Times Deutschland". Nach Angaben der Wirtschaftszeitung "Les Echos" wird Cap Gemini eine eigene Aktie für drei Transiciel-Aktien bieten, wobei mindestens 67 Prozent der Transiciel-Aktionäre der Offerte zustimmen müssten.

Liebäugelt HP mit Cap Gemini?

Transiciel-Chef Georges Cohen und andere Firmen-Manager hätten bereits ein 37 Prozent des Aktienkapitals für das Geschäft hinter sich gebracht, berichtet das "Wall Street Journal Europe" unter Berufung auf Insider. Nach Angaben der Zeitung will Cap Gemini Transiciel mit seiner Sogeti-Sparte zusammenschließen. Bereits für 2004 werde ein positiver Beitrag zum Gewinn von Cap Gemini erwartet. Allerdings liege Insidern zufolge die Betriebsmarge des gemeinsamen Geschäfts unter der aktuellen Sogeti-Marge von acht bis neun Prozent.

Ende August hatten die beide Unternehmen erstmals bestätigt, vorläufige Gespräche zu führen. Gleichzeitig gilt nach Angaben der "FTD" auch Cap Gemini selbst als Übernahmeziel. Der US-amerikanische Computerhersteller Hewlett-Packard (HP)  habe anscheinend sein Interesse an einer Übernahme erneuert, hieß es.

Schlumberger auf der Überholspur

Anfang September hatte Cap Gemini seine Halbjahreszahlen vorgelegt und beim operativen Gewinn deutlich zugelegt. Das Ergebnis kletterte auf 81 Millionen Euro Das Nettoergebnis blieb auf Grund der Restrukturierungskosten aber mit minus 90 Millionen Euro, negativ. Der Umsatz sank um 19 Prozent auf drei Milliarden Euro.

Cap Gemini war bislang der größte europäische Berater und IT-Dienstleister. Nachdem aber Konkurrent Atos Origin  den französisch-amerikanischen Konzern Schlumberger Sema übernommen hat, wird Atos Origin den europäischen Marktführer voraussichtlich überflügeln.

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