Universal Weltweite Entlassungswelle

Die größte Plattenfirma der Welt will 200 Millionen Dollar einsparen und trennt sich deshalb von insgesamt 1350 Mitarbeitern. Das Unternehmen reagiert damit auf erneute Umsatzeinbrüche im ersten Halbjahr 2003.

New York - Die Musiksparte des Medienkonzerns Vivendi Universal  plant bis zum Ende des vierten Quartals nächsten Jahres die Entlassung von 1350 Mitabeitern. Das berichtet die "Financial Times". Universal Music würde sich dadurch von elf Prozent der weltweiten Belegschaft trennen.

Die Kündigungen sind Teil eines Restrukturierungsplans der größten Plattenfirma der Welt. 200 Millionen Dollar sollen durch die Maßnahmen insgesamt eingespart werden. Universal Music-Vorstand Doug Morris sagte dazu, die Einsparungen seien der Preis für das grassierende Herunterladen von Musik aus dem Internet und das Kopieren von CDs. "Die Einschnitte beweisen, dass Musikpiraterie sehr wohl ihre Opfer fordert", so Morris.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hatte Universal einen Verlust von 42 Millionen Euro hinnehmen müssen. Das Umsatzminus gegenüber 2002 lag bei 15 Prozent. Noch in diesem Jahr will der Konzern deshalb 550 Stellen streichen. Weitere 800 Angestellte bekommen Aufhebungsverträge angeboten.

Bereits seit fünf Jahren steckt die Musikindustrie in einer schweren Krise, die Umsätze sind seit 1998 um ein Drittel zurückgegangen. Auch die Musiksparte von Sony  hat sich von zehn Prozent ihrer Mitarbeiter getrennt, die Bertelsmann Musiktochter BMG von 15 Prozent. Vor diesem Hintergrund buhlt derzeit jede Plattenfirma um die Gunst der anderen. Das Ziel ist mindestens eine, wenn nicht mehrere Fusionen zwischen den fünf großen Musikfirmen Sony, Universal, BMG, EMI und Warner Music.

Vermutlich wird höchstens eine Fusion genehmigt

Die Notwendigkeit von Zusammenschlüssen wird auch von Branchenanalysten gesehen. Aufgrund von kartellrechtlichen Problemen in der Vergangenheit, gehen die Experten aber davon aus, dass höchstens eine Fusion von US- und EU-Wettbewerbshütern genehmigt wird. Wer mit wem zusammengehen wird ist aber noch nicht anzusehen.

Sicher ist jedoch, dass es diejenigen, die bei den geplanten Zusammenschlüssen leer ausgehen, schwer haben werden, die Krise zu meistern. Analysten glauben deshalb, dass sich die verbleibenden großen Firmen bei den kleineren Independent Labels bedienen werden, um die Umsatzrückgänge durch Zukäufe zu kompensieren.

Universal Music sucht darüber hinaus noch andere Wege, um die Umsätze wieder anzukurbeln. Vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen in den USA die Großhandelspreise für CDs um 20 Prozent gesenkt. Damit ist Universal die erste Plattenfirma überhaupt, die seit Einführung der Silberlinge deren Preise gesenkt hat.

Auch im Internet verstärkt Universal seine Aktivitäten. Außer der eigenen Downloadplattform Popfile, ist die Plattenfirma nun auch mit einem eigenen Shop bei Ebay  vertreten - als erste Major-Tonträgerfirma. Angeboten werden Musik-Raritäten wie alte Vinylplatten sowie Memorabilia und Konzertkarten. So sollen unter anderem handgeschriebene Songtexte von Bon Jovi ersteigert werden können sowie Schlagzeug-Unterrichtsstunden mit Ryan Vikedal von der Rockband Nickelback.

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