Überwachung Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser ...

Was tun gegen Viren, Würmer und Surfen am Arbeitsplatz? Kontrollieren, heißt die Antwort. Einer Studie zufolge wird mittlerweile jeder dritte Büro-PC überwacht.

Hamburg - Spionage in den Büros steht ganz hoch im Kurs. Auf die Frage, was denn eigentlich all die Mitarbeiter den ganzen Tag machen, antworten viele Arbeitgeber mit Kontrolle. Einer Umfrage zufolge wird bereits mehr als jeder dritte Arbeitnehmer am PC von seinem Chef überwacht.

Durch die aktuellen Viren- und Wurmangriffe seien viele Unternehmen sensibler geworden, wenn es um die private Internetnutzung am Arbeitsplatz geht, berichtet die Unternehmensberatung Mummert Consulting. 47 Prozent der Sicherheitsverletzungen seien durch Viren, Würmer und so genannte trojanische Pferde verursacht worden. Als Hauptverursacher machten Unternehmen vor allem Hacker verantwortlich, 41 Prozent der Befragten verdächtigten allerdings die eigenen Mitarbeiter.

Gegen den Wissensnotstand greifen immer mehr Firmen zur technischen Überwachung. Kontrolliert werden die Surfgewohnheiten der Angestellten durch spezielle Programme. Gleichzeitig sei die Akzeptanz der Mitarbeiter für dieses Vorgehen der Arbeitgeber erstaunlich hoch, besagt die Umfrage. 44 Prozent der Befragten hätten für die Kontrolle Verständnis gezeigt.

Über den elektronischen Kontrollwahn freuen kann sich vor allem die Softwareindustrie. Der Umsatz mit Filterprogrammen, die den Zugriff auf bestimmte Webseiten überwachen und sperren, wird bis 2007 weltweit um rund 300 Prozent steigen.

Den Mitarbeitern kann die Kontrolle indes große Probleme bereiten. Häufig gebe es keine Vereinbarung zum privaten Surfen im Büro, stellten die Berater fest. Daraus ergeben sich jedoch Schwierigkeiten, wenn es zu einem Streit - etwa wegen ausgiebiger Internetnutzung - zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber kommt. Ohne Betriebsvereinbarung ist die Rechtslage unklar. Auf der einen Seite steht das Persönlichkeitsrecht des Mitarbeiters, auf der anderen Seite das Interesse des Arbeitsgebers und der Schutz des Unternehmens. Für die Trendstudie befragte Mummert zusammen mit dem IT-Dienstleister Inworks 460 Personen.

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