Microsoft Massachusetts gegen Bill Gates

Der Softwarekonzern muss eine empfindliche Schlappe einstecken. Als erster Bundesstaat in den USA entscheidet sich Massachusetts, in der Verwaltung künftig mit einem offenen Softwarestandard zu arbeiten.

Boston - Massachusetts ist gegen Microsoft . Der US-Bundesstaat kämpft seit Jahren gegen die Dominanz des weltgrößten Softwarekonzerns. In dem Aufsehen erregenden, doch ewig andauernden Kartellprozess gegen Microsoft ist Massachusetts am hartnäckigsten.

Aufmacher Als einziger Bundesstaat fechtet das Land den Vergleich an, den Microsoft mit dem US-Justizministerium und den anderen Bundesstaaten gefunden hat. Wenngleich auch die Chancen auf den Erfolg des einsamen Streiters als gering angesehen werden, Massachusetts wählt nun den konsequenten Weg: Als erster US-Bundesstaat entschied sich das Land für einen offenen Softwarestandard.

Wie ein Sprecher der Landesregierung mitteilte, sei die Entscheidung auf einem Treffen der State Information Officers gefallen. Man habe sich für einen offenen Standard entschieden, um für alle Unternehmen und Nutzer zugänglich zu sein. Zudem habe man Lizenzgebühren reduzieren wollen.

Microsoft wollte die Entscheidung zunächst nicht kommentieren. Der Softwarekonzern verspürt weltweit Widerstand gegen seine Marktmacht. Spektakulär war die jüngste Entscheidung von China, Japan und Südkorea ein gegen Microsoft gerichtetes, auf Linux basierendes Betriebssystem zu entwickeln. In Deutschland hat sich die Regierung ebenfalls dafür entschieden, in der Verwaltung zunehmend Linux einzusetzen. Dem Aufruf folgten unter anderem die Städte Schwäbisch Hall und München.