Siemens "Nicht jedes Produkt selbst entwickeln"

Ian Moyes ist seit Anfang September Chef der Siemens-Handysparte, deren Entwicklung alles andere als zufriedenstellend läuft. Moyes weiß warum: Bei einigen Trends, wie den Fotohandys, habe der Konzern Fehler gemacht.

München - Der Mobilfunksparte von Siemens  geht es nicht gut. Erst jüngst hatte der koreanische Elektronikkonzern Samsung  die Münchener als weltweite Nummer drei im Handymarkt abgelöst. Statt den angepeilten 15 Prozent Marktanteil, erreichte der Konzern im zweiten Quartal dieses Jahres mit sieben Prozent nicht einmal die Hälfte.

Ian Moyes, neuer Chef der Siemens Handysparte, räumt im "Focus" deshalb Fehler ein: Den Boom bei Fotohandys habe Siemens Mobile nicht richtig erkannt. "Wir haben bislang die Strategie verfolgt, Telefone mit ansteckbaren Kameras zu verkaufen. Die Käufer wollen jedoch mittlerweile Handys mit eingebauter Kamera", so Moyes. Sein Unternehmen werde jetzt deshalb zwei entsprechende Modelle auf den Markt bringen.

Moyes kündigte ebenfalls an, dass Siemens künftig auch Geräte aus fremder Fertigung unter eigenem Namen verkaufen werde: "Wir müssen nicht jedes Produkt in unserem Haus entwickeln, doch alle Geräte müssen den hohen Qualitätsansprüchen von Siemens entsprechen."

Auch bei der Handy-Modemarke Xelibri will Moyes wegen schwacher Absatzzahlen nachbessern. Um für die zweite Kollektion Platz zu machen, starte das DAX-Unternehmen jetzt wie in der Modebranche einen Sommerschlussverkauf mit Rabatten und legen die Geräte auch in Elektromärkten aus, sagte Moyes dem Blatt.