IT-Arbeitsmarkt 50 Prozent weniger Jobs

Die Personalberater von Adecco haben sich die Mühe gemacht, alle Stellenanzeigen im IT-Bereich auszuwerten. Die Untersuchung förderte ein nicht gerade ermutigendes Ergebnis zu Tage: 2002 wurden noch doppelt so viele Jobs ausgeschrieben wie dieses Jahr.

Der IT-Markt erholt sich, glaubt man einschlägigen Studien, von Woche zu Woche. Am Arbeitsmarkt für Computerspezialisten hat sich die Erholungstendenz allerdings noch nicht bemerkbar gemacht. So hat eine Analyse des Personaldienstleisters Adecco ergeben, dass die Zahl der ausgeschriebenen IT-Stellen im bisherigen Jahresverlauf um knapp 50 Prozent gegenüber 2002 zurückgegangen ist.

Adecco zufolge sind von Januar bis August vergangenen Jahres 18.182 Jobangebote in 40 untersuchten Tageszeitungen erschienen. Im aktuellen Zeitraum seien es nur 9804 gewesen. Besonders die Finanzdienstleister haben wenig Interesse an Neueinstellung gehabt, heißt es in der Studie. Als Grund für die Zurückhaltung gelte hauptsächlich der Trend, Arbeitsplätze in Billiglohnländer auszulagern. Die Zahl der offenen IT-Stellen ging entsprechend um 67 Prozent auf 278 zurück.

Mit 55 Prozent weniger Gesuchen für Datenbank- und Systemspezialisten sowie für Vertriebsfachleute, lag das Minus nur knapp über den Programmierern, für die knapp 50 Prozent weniger Stellen zur Verfügung standen. Etwas besser erging es offenbar der Telekommunikationsindustrie sowie den Elektronik-, Software- und Beratungshäusern - sie benötigten in den ersten acht Monaten des Jahres rund die Hälfte weniger Arbeitskräfte.

Nur Führungskräfte kamen glimpflich davon

Besonders stark von der wirtschaftlichen Flaute sind die Netz- und Internetexperten betroffen. In diesem Bereich gingen die Ausschreibungen um fast 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück.

Doch es gibt auch Lichtblicke, wenngleich nur für Fach- und Führungskräfte. Hier gingen die freien Positionen "nur" um 39 Prozent zurück.

Wer sich dennoch nicht scheut, in der IT-Branche Fuß zu fassen, sollte nach Nordrhein-Westfalen ziehen. Im Westen der Republik gab es mit 1815 die meisten ausgeschriebenen Stellenangebote. Regional hat am meisten Bayern unter der Krise zu leiden. Zwar gab es dort noch immer 1287 offene Computerstellen, vor einem Jahr waren es doppelt so viel.

Hinter Bayern haben sich Baden-Württemberg mit 1190, Niedersachsen mit 1015 und Hessen mit 849 Stellen eingereiht. Erfreulich für die neuen Bundesländer: Der Rückgang an Jobofferten betrug nur 22 Prozent.

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