Swen-Virus Vorsicht vor der Wurmkur

Der Autor eines neuen Virus namens Swen hat sich Mühe gegeben. Seinen Schädling verschickt er getarnt als Microsoft-Mail, die helfen soll Sicherheitslöcher zu stopfen. Gefährlich ist Swen vor allem für Privatanwender.

San Francisco - Microsoft-Nutzer müssen ihre Rechner mal wieder einer Wurmkur unterziehen. Denn seit einigen Wochen entdecken findige Experten immer wieder neue Sicherheitslöcher in den Betriebssystemen des Quasi-Monopolisten. Neuerdings bekommen sie dabei sogar tatkräftige Hilfe: Eine unverlangt zugeschickte E-Mail, Absender Microsoft , enthält ein Update, dass das Loch stopfen soll.

Das Problem ist nur, dass Microsoft niemals ausführbare Programme per Mail verschickt. Schon gar nicht unverlangt. Ein Schelm versendet die angebliche Hilfsmail und mit ihr den Wolfs in den Schafspelz. Denn erst durch das Öffnen der angehängten Datei, gelingt ein neuer Wurm namens Swen oder Gibe auf die Festplatte. Dort angelangt, versucht Swen installierte Sicherheitsprogramme, wie Antivirensoftware und Firewalls außer Kraft zu setzen.

Immerhin stellt der Schädling für Firmen nur ein relativ geringes, für Heimanwender ein mittelschweres Sicherheitsrisiko dar, wie der Anbieter von Anti-Viren-Programmen Network Associates mitteilt.

Dabei profitiere der Wurm von einer seit zwei Jahren bekannten Sicherheitslücke im Internet Explorer. Wenn der Wurm sich erst einmal auf einem Computer festgesetzt habe, versende er sich selbst weiter an die auf dem Rechner gespeicherten E-Mail-Adressen. Er könne sich aber auch über die Musiktauschbörse Kazaa, Internetdiskussionsforen oder gemeinsam genutzte Netzwerke verbreiten.

Nach Angaben des Software-Anbieters Symantec, waren bis Donnerstag rund 760.000 Computer befallen. Wie in anderen Fällen von akutem Wurmbefall sei es Blaster/Lovsan oder SobigF, weist Microsoft darauf hin, die Ergänzungsprogramme von der Update-Seite herunterzuladen.

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