UMTS Chinesen verschenken Handys

Wie schon in Großbritannien wird der Mobilfunkkonzern Hutchison auch in Italien ab sofort UMTS-Handys verschenken. Ein klares Zeichen dafür, dass das Geschäft mit dem Handybreitbandnetz nicht so richtig in Schwung kommen will.

Viel mehr kann Hutchison  nicht tun. Der chinesische Mobilfunkanbieter hat sich angesichts des schleppenden Geschäfts von UMTS entschieden, das 3G-Netz nun äußerst aggressiv zu bewerben. Wie die italienische Tochter des Hongkonger Unternehmens, Tre, angekündigt hat, werden ihre UMTS-Telefone bis Ende Oktober deshalb kostenlos an die Kunden abgegeben.

Hutchison war der erste Mobilfunkbetreiber, der das neue Handybreitbandnetz in Europa vor gut einem Jahr gestartet hat. Zunächst in London und im März 2003 in Italien. Dort nutzen zurzeit mehr als 300.000 Nutzer die so genannten Videofonini. Ziemlich mager, wie ein Branchenkenner im "Handelsblatt" lästert. Hutchison habe 80 Millionen Euro für Werbung ausgegeben und dafür gerade einmal 300.000 Kunden gewonnen. "Als brilliant würde ich das nicht gerade bezeichnen", so der anonyme Insider.

Mobilfunkanalysten halten die Verschenkaktion deshalb auch für deutliches Zeichen, dass das UMTS-Netz nicht sonderlich gut ankommt. Tenor: Die Kunden können keinen Mehrwert in den Diensten erkennen. Um das von Tre anvisierte Ziel von einer Million Kunden bis Jahresende zu erreichen zu, hat das Unternehmen 700.000 zusätzliche Handys bei den beiden Herstellern NEC und Motorola bestellt.

Wie bei allen subventionierten Telefonen üblich, schließen die Kunden einen Vertrag mit dem Mobilfunkbetreiber ab. Zwar gibt es das Telefon gratis, dafür wird eine Einrichtungsgebühr in Höhe von 99 Euro sowie eine monatliche Grundgebühr von 30 Euro fällig. Erst vor kurzem hatte Tre die Geräte im Preis von ursprünglich 750 Euro auf 500 Euro gesenkt.

Für Italien sind subventionierte Telefone eine Neuigkeit. Denn anderes als in Ländern wie Deutschland, finanzieren die Netzanbieter den Neuerwerb eines Handys nicht mit. Deshalb wird nun erwartet, dass der Wettbewerb unter den italienischen Providern durch den Vorstoß Hutchisons härter wird. Die Konkurrenz von TIM, Vodafone  und Wind will vorerst nicht auf die Kampfansage reagieren.

Erst im Juni hatte Hutchison eine ähnliche Werbeaktion in Großbritannien gestartet. 155.000 Kunden sollen nach Angaben des Unternehmens dadurch gewonnen worden sein. Bis zu dem Zeitpunkt hatte sich gerade einmal 25.000 Briten für die Breitbandhandys entschieden.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.