IT-Investitionen Sechs Prozent im Plus

Es wird wieder ein milderer Wind durch die IT-Abteilungen wehen. In den kommenden Jahren planen die Verantwortlichen sechs Prozent höhere Ausgaben für Computer, Infrastruktur und Software. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 140 IT-Managern.

Die Stimmen mehren sich, und sie sprechen eine immer deutlichere Sprache: Es wird wieder mehr in IT-Budgets investiert. Zu diesem Ergebnis sind viele Studien in den vergangenen Wochen gekommen, auch die Marktforscher von Forrester und der Zeitschrift "Computerwoche" bestätigen nun den Trend. Nach einer Umfrage unter 140 Managern, wird vor allem in kleinen Betrieben und Konzernen wieder mehr Geld für Computer, Infrastruktur und Software ausgegeben.

Für dieses Jahr allerdings muss sich die Branche noch in Bescheidenheit üben. Die Budgets werden 2003 um 3,8 Prozent niedriger ausfallen als vergangenes Jahr. 2004 jedoch rechnen die IT-Verantwortlichen mit einer Steigerung von 5,9 Prozent, im darauf folgenden Jahr sogar mit einem Plus in Höhe von 6,7 Prozent. Allerdings betrifft die erhöhte Bereitschaft zum Geldausgeben nicht den Mittelstand, dort wird der Aufschwung frühestens im übernächsten Jahr erwartet.

Als Gewinner der Entwicklung gehen vor allem Outsourcingprojekte und IT-Profis hervor. Outsourcing-Investitionen stehen besonders bei Konzernen mit mehr als zehn Milliarden Euro Jahresumsatz ganz oben auf der Liste. Schon heute geben sie rund ein Drittel ihrer Mittel für das Auslagern von IT-Anwendungen aus. Durchschnittlich werden die entsprechenden Aufwendungen in allen befragten Firmen von jetzt 15 auf 17 Prozent ansteigen.

Auch die Informatiker können etwas beruhigter in die Zukunft blicken: Nach teilweise drastischen Entlassungswellen, planen immerhin 32 Prozent der befragten Unternehmen wieder Mitarbeiter einzustellen. Dabei gehen hauptsächlich kleinere Firmen auf die Suche nach Verstärkung. Dem steht allerdings ein Einstellungsstopp bei 42 Prozent der Befragten gegenüber und rund jede vierte Firma entlässt weiterhin Informatiker.

Trotz allgemein steigender Haushalte gibt es auch Verlierer. Zu ihnen zählen unter anderem IT-Berater. Während auf sie fast zehn Prozent des diesjährigen IT-Budgets abfielen, werden es im nächsten Jahr nur noch 8,5 Prozent sein. Vor allem die großen Konzerne verzichten zunehmend auf die Consultants, kleinere Unternehmen möchten hingegen nur ungern externes Know-how missen.

Ob mit oder ohne Hilfe von außen - für 80 Prozent der IT-Verantwortlichen sind die Prioritäten klar: die Verringerung von Betriebskosten. Nur die Erhöhung der Mitarbeiterproduktivität (84 Prozent) und die Steigerung der Produkt- und Prozessqualität (88 Prozent) wiegt wichtiger.

Letzteres scheint auch notwendig zu sein, denn für jeden zweiten Befragten ist die Unkenntnis über zu ändernde Geschäftsprozesse häufigster Grund für das Scheitern eines Projekts. Außerdem behinderten "ständige Veränderungen in der Organisation oder strategische Neuausrichtungen den Erfolg der IT-Gruppe" - eine Aussage, der immerhin mehr als ein Fünftel aller Befragten zustimmten.

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