Fußballrechte Europapokal bei Vodafone

Der britische Mobilfunkanbieter Vodafone hat die Mobilfunkrechte für die Übertragung der Uefa-Champions-League gekauft. Ab sofort sollen Kunden für die nächsten drei Jahre Spielausschnitte auf dem Handy anschauen können.

Wie Guy Laurence, der Spartenchef für den Bereich Global Content Services bei Vodafone  mitteilte, sollen Vodafone-Kunden ab sofort und zeitnah Videoclips, Tabellenstand und Spielergebnisse auf das Handy laden können. Der Vertrag gilt exklusiv für Ägypten, Griechenland, Ungarn, Malta und Spanien und nicht-exklusiv in Frankreich, Deutschland, Irland, Holland, Portugal, Großbritannien und der Schweiz. Auch zu älteren Spielen lassen sich Videostreams abrufen, zusätzlich bieten die Briten Screensaver, Klingeltöne und Grafiken an.

Auch wenn Vodafone und der Rechteinhaber Team keine genauen Summen für den Dreijahresvertrag nennen wollten, können die Vermarkter der Champions-League zusätzliches Geld dringend gebrauchen. Denn die Fernsehsender, allen voran der ehemalige Kirch-Konzern als Haupteinnahmequelle, sind immer weniger bereit, für die Übertragung des Europapokals in die Taschen zu greifen.

So gab RTL erst im Juli seine Free-TV-Rechte an Sat1 ab. Laut RTL-Chef Gerhard Zeiler seien die Lizenzkosten in Höhe von 50 bis 60 Millionen Euro pro Saison nicht refinanzierbar gewesen. Der Bällchensender zahlt nun gerade einmal ein Drittel für die Übertragungsrechte.

Durch die wegbrechenden TV-Einnahmen sind die Fußballrechteinhaber deshalb auf der Suche nach alternativen Geldquellen. Und die Mobilfunkunternehmen wiederum brauchen attraktive Anwendungen für die kommende UMTS-Technik.

Vodafone-Konkurrent T-Mobile sowie Schwestergesellschaft T-Online  hatten sich vergangenes Jahr die Online- beziehungsweise Mobilfunkrechte für die Bundesliga gesichert. Wie auch Vodafone will die Telekom über MMS-Handys und später über UMTS-Handys Spielausschnitte sowie Statistiken und Hintergrundinformationen anbieten. Der Preis für die Vereinbarung mit der Telekom liegt zusammen bei rund zehn Millionen Euro.

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