Digital-Fernsehen Opera Inside

Der norwegische Softwarehersteller Opera will sein bekanntestes Produkt, den gleichnamigen Internetbrowser, für das digitale Fernsehen fit machen. Dabei setzen die Skandinavier auf Linux als Betriebssystem für die notwendigen Settop-Boxen.

Hamburg - Der kleine Softwarehersteller Opera aus Norwegen will den Herstellern von digitalen Settop-Boxen mit seinem gleichnamigen Browser als Nutzerschnittstelle beliefern und damit in den stark wachsenden Markt des Digital-TV einsteigen. Wie die Skandinavier bekannt gegeben haben, soll der Browser auf Basis des Open-Source-Betriebssystems Linux laufen.

"Ausschlaggebend für den Erfolg der Empfangsgeräte wird der Preis sein", sagte das bei Opera für "Interactive Television" zuständige Vorstandsmitglied Anthony Wade. In den USA kosteten nicht subventionierte Settop-Boxen durchschnittlich 300 Dollar. Bei Opera ist man aber der Ansicht, dass sie nicht teurer als 100 Dollar sein dürften. "Das wird jedoch mit der bislang erhältlichen Software, wie beispielsweise der von Microsoft , kaum möglich sein", ist sich das norwegische Management sicher.

Im boomenden Markt mit den Empfängern des Digitalfernsehens hat sich bislang noch kein Softwarelieferant durchsetzen können. Zwar buhlen eine ganze Reihe von Unternehmen wie Microsoft, OpenTV und Liberate Technologies um die Gunst der Kabelnetzbetreiber, doch Letztere setzten lieber auf eigene Entwicklungen.

Die Folge davon ist ein buntes Durcheinander an Plattformen, die zudem nicht miteinander kompatibel sind. Experten gehen aber davon aus, dass ein offenes und günstiges Betriebssystem wie Linux so was wie der kleinste gemeinsame Nenner für die Kabelnetzbetreiber sein könnte.

Ziel des digitalen TV ist es, außer dem klassischen Fernsehen auch rückkanalfähige Programme, Video-on-Demand-Dienste und elektronisches Shopping anbieten zu können - Services, die über das Internet erhältlich sind, nicht jedoch über die herkömmlichen Kabelnetze.

Nutzerschnittstellen für die dafür benötigte Home-Hardware sei ein neuer Markt, so Vorstandsmitglied Wade. Opera geht davon aus, dass TV-Browsersoftware bald zum wichtigsten Geschäftsfeld des Unternehmens gehören werde.

Dass die Norweger dabei auf die Open-Source-Software Linux setzen, hält Forrester-Analystin Hellen Omwando für einen "schlauen Schachzug". Linux sei ein ernst zu nehmender Player auf diesem sich neu formierenden Markt, so die Marktforscherin.

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