Microsoft Wenn nix mehr geht, hilft (vielleicht) Aldi

Der Softwarekonzern macht sich Sorgen: Zu wenige Nutzer von Windows- und NT-Betriebssystemen nutzten die Update-Angebote. Nun sucht Microsoft den Schulterschluss mit Discountern, um CDs kostenlos abzugeben.

München - Der Softwarekonzern Microsoft  warnt in dieser Woche einmal mehr vor einer schweren Sicherheitslücke in Windows-Betriebssystemen. Das Loch könnte für ähnlich schwere Angriffe genutzt werden, wie es kürzlich beim Blaster-Wurm der Fall war. Der Rat des Konzerns: Unbedingt ein Update von der Website von Microsoft herunterladen.

Doch mit den Updates hat Microsoft so seine Erfahrung. Denn, so habe sich gezeigt, die Windows-User nutzten nicht ausreichend die im Internet angebotenen Updates. Stattdessen verwenden die User die veralteten Programmversionen uns lassen so Einfallstore für Computerviren und -würmer offen!

Microsoft Deutschland hat sich nun etwas Besonderes ausgedacht. Seit kurzem bietet das Unternehmen eine kostenlose Update-CD an, die über die Website oder eine Hotline bestellt werden kann. "Wir haben die CD angefertigt, weil man es Usern nicht zumuten kann, 90 MB aus dem Netz zu laden, wenn ein Großteil der Kunden noch einfache Modems benutzt", sagt ein Pressesprecher gegenüber manager-magazin.de.

Warten auf Aldi, Lidl und Co.

Doch trotz großer Anzeigen, beispielsweise in der "Süddeutschen Zeitung" und im "Handelsblatt", sei die Rückmeldung unbefriedigend gewesen. Wie also die Nutzer erreichen? Microsofts Lösung: Ganz klar, über Discounter.

Der Konzern plant, die kostenlosen CDs über Aldi, Lidl und Co. zu vertreiben, berichtete die "Wirtschaftswoche". "Das ist unser Wunsch", betont der Sprecher. Bisher sei aber noch keine Einigung mit den Einzelhändlern erzielt worden. Zudem sei man auch mit Computermagazinen im Gespräch. Geplant ist die Aktion dem Sprecher zufolge als einmalige Maßnahme.

Sendo-Handys in ausgewählten Aldi-Filialen

Dass die boomenden Discounter begehrenswerte Vertriebskanäle sind, davon profitieren zahlreiche Konsumgüterkonzerne. Interesse über Aldi in den deutschen Markt einzusteigen, bekundete vor kurzem auch der britische Handyhersteller und ehemalige Microsoft-Partner Sendo. Mit Erfolg.

Ab 18. September werden Sendo-Mobiltelefone in ausgewählten Filialen von Aldi-Süd vertrieben, schreibt das "Handelsblatt". Die Geräte werden unter der Marke "Tevion" für 159 Euro verkauft.

Sendo hat weltweit einen Marktanteil von einem Prozent, in den Niederlanden und in Portugal liegt er bei rund zehn Prozent. Experten rechnen nicht damit, dass die Briten mit ihrem Discountervertrieb in Deutschland den gewünschten Erfolg haben, denn die Geräte gelten als teuer.

Sendo wollte einst zusammen mit Microsoft Smartphones auf den Markt bringen. Nach monatelanger Entwicklungszeit entschied sich Sendo schließlich für eine Konkurrenzsoftware. Seitdem treffen sich die ehemaligen Partner vor Gericht.

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