Freitag, 21. Februar 2020

Overture Einstweilige Verfügung gegen T-Online

Das Internetunternehmen streitet sich mit T-Online vor Gericht. Overture wirft der Telekom-Tochter Vertragsbruch vor, da das Unternehmen seit August bei der Vermarktung der Suchergebnisse mit Google zusammenarbeitet. Nun erwirkte Overture eine Einstweilige Verfügung.

Frankfurt/München - Overture Services Börsen-Chart zeigen hat am Montag eine Einstweilige Verfügung gegen T-Online erwirkt. Diese verpflichte T-Online Börsen-Chart zeigen, die seit Anfang August eingesetzte Google-Technik für Suchevermarktung wieder zu entfernen. Das teilte die deutsche Dependance des US-Vermarkters Overture mit.

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"Das Gericht hat damit bestätigt, dass T-Online einen Vertragsbruch begangen hat", sagte Manfred Klaus, Deutschlandchef des Deutschland-Ablegers, gegenüber manager-magazin.de. Bei T-Online gibt man sich indes ahnungslos, noch ist die Einstweilige Verfügung nicht eingetroffen.

Zum Hintergrund: Vor einigen Wochen hatte das US-Portal Yahoo Börsen-Chart zeigen die Übernahme des Suchevermarkter Overture angekündigt. Die Internetfirma vermarktet Suchlinks und ist einer der großen Umsatzträger von Yahoo. T-Online teilte daraufhin mit, dass das Unternehmen ab Anfang August nicht mehr mit Overture zusammenarbeiten wolle. Als Grund gab die Telekom-Tochter an, dass Yahoo ein direkter Konkurrent sei. Stattdessen suchte T-Online lieber den Schulterschluss mit dem Overture-Konkurrenten Google. Overture drohte daraufhin mit juristischen Schritten, doch T-Online blieb unbeeindruckt. Seit 7. August sind die Google-Ergebnisse auf der Website zu sehen.

"Wir waren sehr enttäuscht über die Entscheidung der T-Online AG", teilte derweil Nick Hynes, Managing Director und President von Overture Europa, mit. Obwohl der Vertrag eindeutig sei, hätte es sein Unternehmen vorgezogen, gemeinsam eine konstruktive Lösung zu finden.

Tatsächlich beinhaltet der Vertrag aber offenbar eine "Kontrollklausel", die es T-Online ermöglichen könnte, den Vertrag zu lösen. Doch bislang treffe dieser Sachverhalt noch nicht zu, so Klaus. Denn der Gesellschafterwechsel sei noch gar nicht vollzogen. Mit dem Closing des Vertrags sei erst im vierten Quartal zu rechnen. Dieser Argumentation ist offenbar auch das Landgericht Frankfurt gefolgt.

So könnte es sein, dass T-Online seinen Google-Service in Kürze abstellen muss. Klaus hofft indes, die Telekom-Tochter wieder zurückzugewinnen. Die Geschäftsmodelle von Yahoo und T-Online seien doch sehr verschieden, sagte er. Von einer direkten Konkurrenz könne nicht die Rede sein. Doch das sieht T-Online offenbar anders.

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